Lothar Nest – Judosportschule Alt-Mariendorf

Lebenserfahrungen – Leben für Judo!

Beim Kinder-Judo Training lernen sie auf spielerische Art „Kampftechniken“. Diese haben feste Regeln, und sind nie brutal.©Karl-Heinz Kronauer

Beim Kinder-Judo Training lernen sie auf spielerische Art „Kampftechniken“. Diese haben feste Regeln, und sind nie brutal.©Karl-Heinz Kronauer

Judo bedeutet: „Siegen durch Nachgeben“, den Weg finden. Er hat den Weg gefunden!

Was war und was ist er?
Er ist Schriftsetzer, Grafiker, Ex-Polizist, Fachsportlehrer-LSB, Judolehrer und -prüfer mit Lizenz, Kunstmaler, Fotograf, Komparse/Stuntman, Leibwächter in Afrika, Wildhüter, Museumsdirektor, Vater und Opa.

Von jedem etwas! Aber er ist in erster Linie ein großartiger Sportler und Sportlehrer.
1944 in Bärwalde/Pommern geboren, in Berlin in einer Kreuzberger Einzimmerwohnung groß geworden, entdeckte er 1960 seine Liebe zum Judosport und hat sich dreimal einen 9. Dan in verschiedenen Budo-Disziplinen wie Judo, Karate und Jiu-Jitsu hart erarbeitet. Der 9. Dan ist ein hoher Meistergrad. Zusätzliche Sportarten wie Ringen, Kickboxen, Streetfighting, Anti-Terror-Kampf (ATK), Stock- und Schwertkampf sowie Leichtathletik kamen hinzu.

SAMSUNG CSC

Lothar Nest mit dem kleine Tekini.©Karl-Heinz Kronauer

Lothar fand nach seiner Lehre zum Schriftsetzer und seiner Ausbildung bei der Polizei schnell im Sport seine wahre Berufung und war in fünf Berliner Vereinen als Judolehrer tätig. Er hielt sich im Rahmen seiner Judo-Karriere 1969 und 1978 in Japan auf und bestritt in den verschiedenen Budo-Sportarten fast 700 öffentliche Kämpfe. In fünf Kampfsportarten belegte er weltweit über einhundert erste bis dritte Plätze und gewann genauso viele Medaillen und Urkunden. Bei all dem ist er Mensch geblieben. Nie war er Profisportler, nur trainiert hat er wie ein Profi.
Am 3.11.1973 gründete er seine erste Sportschule in Mariendorf. Viermal zog er danach um. In diesem Jahr wurde das 42. Jubiläum gefeiert. Seit 2006 werden in den Räumen in Alt-Mariendorf auf etwa 1200 Quadratmetern in drei Trainingsräumen die unterschiedlichsten Sportarten ausgeübt. Dies sind

Lothar Nest blickt zurück auf ein Leben voller sportlicher Erfolge.©Marlies Königsberg

Lothar Nest blickt zurück auf ein Leben voller sportlicher Erfolge.©Marlies Königsberg

neben Judo, Ju-Jutsu, Kung Fu und Tae-Kwon-Do, Boxen und Kickboxen auch Sportgymnastik, Bauchtanz und Reduktionsgymnastik. Einige hundert Personen von klein bis groß, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Sportler aus fünfzehn Nationen trainieren in seiner Sportschule. Acht bis zehn Trainer, darunter Joachim Göhrmann (Weltmeister 1998) unterrichten hier. Lothar Nest trainiert pro Tag selbst zwei Kindergruppen, jeweils eine Stunde und hält sich dadurch fit. Seine Jugendarbeit ist vorbildlich. Er nimmt seine Schüler

Bei zahlreichen Veranstaltungen - hier beim Rocktreff in Mariendorf - zeigt Lothar Nest mit seinen Schülern Schaukämpfe.©Sportschule Lothar Nest

Bei zahlreichen Veranstaltungen – hier beim Rocktreff in Mariendorf – zeigt Lothar Nest mit seinen Schülern Schaukämpfe.©Sportschule Lothar Nest

ernst und hat ein sensationelles pädagogisches Gespür, welches ihn insbesondere bei den Kleinen sehr beliebt macht. „Kinder sind mein Leben“, sagt er. Er hat ein ausgeprägtes Gefühl für Respekt, Anerkennung und Hilfsbereitschaft, vermittelt Fairness und Disziplin. Viele Freunde sagen, er sei selbst ein großes Kind geblieben.
Mit seinen Schülern ist er auf vielen Festen und Veranstaltungen mit Vorführungen vertreten: Auf dem Buga-Gelände, in Kitas und Schulen, bei öffentlichen Events. Er unterstützt viele Projekte und engagiert sich seit über zwei Jahrzehnten im Sport-, Bildungs- und Jugendwesen für Berlin.
1975 organisierte er erstmals Spendenaktionen und Benefizveranstaltungen für Sportler in Not; zwischenzeitlich auch für den „Behindertensportverband Berlin“, die „Behindertenhilfe“ des DRK, die Björn-Schulz-Stiftung und das Deutsche Kinderhilfswerk.
In den 1980er Jahren erweiterte er seine soziale Leidenschaft um eine interkulturelle Komponente und organisierte Treffen zwischen deutschen und koreanischen Judoschülern.
Seit 2004 arbeitet Lothar Nest verstärkt im Bereich der Förderung von schwer erkrankten Judoka und unterstützt diese mit Benefizturnieren, Sammel- und Spendenaktionen sowie Schau- und Übungskämpfen. Sie kommen unter anderem dem einstigen deutschen und internationalen Meister Peter Walter, dem viermaligen Judo-Europameister Torsten Reißmann sowie der im Rollstuhl sitzende Lori Mai und dem Fußballer Bernd Gesdorf zugute.
Seine Tätigkeit mündete 2009 in den gemeinnützigen Verein „Judoka für Judoka e.V.“, den Lothar Nest gemeinsam mit dem Deutschen Judobund gründete um kranken oder verunglückten Judoka in Not zu helfen.
Für all das hat er am 24. März 2014 im Roten Rathaus die Berliner Ehrennadel in Gold für besonderes soziales Engagement erhalten.
Der von ihm gegründete Verein SC Nest ´73 e.V nimmt an offiziellen Wettkämpfen und Meisterschaften teil. Manch ein Berliner Meister wurde hier schon gekürt.
Die Frage nach seinem größten Erfolg beantwortet er mit: „Das waren kurioserweise Niederlagen, meine Kämpfe gegen zwei Olympiasieger, die ich nach Punkten jeweils mit 1:2 verloren habe. Erster Kampf: gegen Nakatani (1964 Olympiasieger in Tokio), der zweite Kampf gegen den zweitplatzierten der Olympiade, den Schweizer Eric Hänni.“
Lothar hat das japanisches Sprichwort: „Jede Niederlage ist letztlich ein Gewinn!“ zu seinem Lebensmotto gemacht.
Viele Sportgrößen gehen bei ihm ein und aus: Vom Berliner A-Jugend-Meister bis hin zum Deutschen, Europa- oder gar Weltmeister oder Olympiasieger. Vom Weltspitzen-Judoka Klaus Glahn bis zum amtierenden Boxweltmeister Arthur Abraham.

©Lothar Nest

©Lothar Nest

Darüber hinaus ist er aktiver Tierschützer. In Namibia, betreibt er seit 1980 in Konkurrenz zu den über dreihundert Jagdfarmen eine 50 Quadratkilometer große Berg-Wildschutzfarm mit über vierhundert Großtieren. Tiere, die er „jagt“, schießt er nur mit der Kamera. In einigen Büchern sind seine Tierfotos erschienen. Im Ullstein Verlag gibt es einen Bildband mit dem Titel „Das Ende der Wildnis“ von Peter Ehlebracht mit vielen Fotos von Lothar Nest.

©Sportschule Lothar Nest

©Sportschule Lothar Nest

In seinem einzigartigen Judo-Weltmuseum lebt er seine Sammelleidenschaft aus. Wir werden darüber ausführlich zum 10jährigen Jubiläum 2016 berichten. Es gibt viele Urkunden, Pokale, Medaillen und andere Objekte zu bewundern, die ihm von erfolgreichen Sportlern zur Verfügung gestellt wurden. Zu jedem Ausstellungsstück, zu jedem Exponat hat er eine Geschichte parat. Das Museum ist kostenlos zu besichtigen. Über die eine oder andere Spende freut er sich. Ein Besuch lohnt immer, aber bitte mit telefonischer Voranmeldung!
Karl-Heinz Kronauer und Marlies Königsberg.

Dieser Beitrag wurde unter Titel abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.