Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung

Die wichtigsten Vollmachten für den privaten Bereich

„Wer regelt meine Angelegenheiten, wenn ich nicht mehr dazu in der Lage bin?“ fragen sich viele Menschen. Denn durch Unfall oder Alter kann jeder von uns in die Situation kommen, dass andere für ihn entscheiden (müssen).

Drei Vollmachtsarten und Verfügungen helfen Ihnen, dass wichtige Entscheidungen in Ihrem Sinn gefällt werden.

Patientenverfügung

Mit dieser Vollmacht regeln Sie, welche ärztlichen Maßnahmen zur medizinischen Versorgung Sie wünschen und welche Sie ablehnen. Damit üben Sie vorab ihr Selbstbestimmungsrecht für den Fall aus, dass Sie bei einer schweren Krankheit oder einem Unfall Ihren Willen nicht mehr äußern können.

Da es bei dieser Verfügung um medizinische Behandlung geht, können, sollten Sie sich mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin beraten. Es gibt viele Informationsbroschüren und Organisationen, die Ihnen helfen, Ihre Patientenverfügung zu schreiben. Patientenverfügungen sind verbindlich. Damit die Verfügung anerkannt wird, sollte sie enthalten: Vor- und Familienname, Geburtsdatum und Anschrift, eine genaue Beschreibung des Situation, in der sie gelten soll und die genauen Vorgaben, lebenserhaltende Maßnahmen betreffend.

Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht beauftragen Sie eine Person Ihres Vertrauens, stellvertretend für Sie zu handeln oder zu entscheiden, entweder umfassend oder in abgegrenzten Bereichen. Die Vorsorgevollmacht kann sich auf Verträge, Bankangelegenheiten, Umzug in ein Pflegeheim oder andere Bereiche beziehen. Sie sollten jemanden bevollmächtigen, dem Sie vertrauen. Eine Person, die Sie gut kennt und für Sie entscheidet, nicht für sich selbst.

Die Betreuungsverfügung

Mit der Betreuungsverfügung schlagen Sie eine rechtliche Betreuerin bzw. einen Betreuer vor, also eine Person, die für Sie rechtliche Entscheidungen treffen kann. Diese Person wird vor der Entscheidung von einem Richter auf Eignung überprüft. Die Betreuungsverfügung wird vom Betreuungsgericht kontrolliert. Die Verfügung unterliegt keiner Formvorschrift. Sie sollte schriftlich verfasst sein und kann mit der Vorsorgevollmacht verknüpft werden.

Alle drei Verfügungen können Sie jederzeit vollständig oder teilweise ändern. Eine notarielle Beglaubigung ist für Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung ratsam. Im Internet können auf den unterschiedlichsten Seiten Anregungen, Anstöße und Informationen zum Thema kostenlos oder gegen Bezahlung aufgerufen werden. Das 1996 gegründete Zentralarchiv für Betreuungsverfügungen, Patientenverfügungen (auch Patiententestament genannt) in der Altenauergasse 1, in 55116 Mainz beantwortet Fragen zu diesem Thema. Für einmalig 60 Euro können Sie ihre Vollmachten und Verfügungen im Zentralarchiv speichern und rund um die Uhr abrufen. Dafür bekommen Sie eine Ausweiskarte im Scheckkartenformat, auf der Ärzte und Richter ablesen können, welche Verfügung archiviert wurde.

Mehr Infos im Web: edv@drkovmainz.de oder Tel.: 06131/221 117, Fax: 06131/224 730. Sorgen Sie für sich vor, solange es noch geht. Karl-Heinz Kronauer

Dieser Beitrag wurde unter Rat und Tat abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung

  1. Eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht kann ich nur jedem empfehlen. Wir hatten gerade den Fall, dass meine Schwester einen schweren Verkehrsunfall hatte und ohne diese Patientenverfügung / Vorsorgevollmacht würden heute 20 Mitarbeiter auf der Straße stehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.