Die Fliegerwerkstatt im Flughafen Tempelhof

Wird gebaut: ein Boeing-737-Flugsimulator © Christoph Schröder

Sozial benachteiligte Jugendliche fördern

Mit der Fliegerwerkstatt hat sich im früheren Flughafen Tempelhof ein interessantes Projekt etabliert. Die Zielgruppe, die damit angesprochen wird, sind sozial benachteiligte Jugendliche aus den angrenzenden Bezirken Neukölln, Tempelhof und Kreuzberg, aber auch aus dem übrigen Stadtgebiet. In der Fliegerwerkstatt, so das Konzept, sollen die Jugendlichen Erfahrungen machen können, die sie fordern und fördern und ihnen im besten Falle sogar berufliche Chancen eröffnen.

Benachteiligte Jugendliche – das sind Schulabbrecher und Schulverweigerer; solche, die den Schulabschluss nicht geschafft haben und bei denen die Gefahr groß ist, dass sie dann auch keinen Ausbildungsplatz erhalten und der Einstieg in eine berufliche Laufbahn nicht gelingt. Sie werden auf eine besondere Art und Weise in der Fliegerwerkstatt angesprochen: Mit Technik, konkreter handwerklicher Arbeit und Fähigkeiten, die sie erwerben können. Die derzeitigen Vorzeigeprojekte der Werkstatt sind ein Fokker-Dreifachdecker aus dem ersten Weltkrieg und ein Flug-​simulator. Der Flugzeug-Oldie gehört dem Technik-Museum im hessischen Oberursel und wird für dieses fachgerecht restauriert, erhält eine neue Lackierung und ein Motormodell aus Holz. Der Flugsimulator wird aus einem originalen Boeing-737-Cockpit mit einer 3-D-Bewegungsplattform erstellt; hier ist knifflige IT-Arbeit gefordert. Ehrenamtlich tätige Techniker und Ingenieure stellen hierbei ihre Expertise zur Verfügung und leiten die Jugendlichen an.

Wird restauriert: Eine Fokker aus dem 1. Weltkrieg G Christoph Schröder

Am Anfang stehen kleine Lernmodule, mit denen grundlegende technische Fertigkeiten erworben werden: Löten, Bohren, Schrauben, Sägen. Geduld, Konzentrationsfähigkeit, Präzision, Durchhaltevermögen werden hierbei geschult; Schlüsselqualifikationen, die man in den meisten Berufen braucht und an denen es den Jugendlichen häufig mangelt. Die konkrete Arbeit und die sichtbaren Ergebnisse motivieren und machen technikaffinen jungen Leuten Spaß. Darüber hinaus wird auch mal gemeinsam gekocht, Basketball oder Soccer in der großen Werkhalle gespielt.

Drei Mal pro Woche können Jugendliche sich nachmittags in den Räumen im Bauch des alten Flughafens einfinden. Darüber hinaus kooperiert die Einrichtung mit dem Oberstufenzentrum in der Dudenstraße und einer Neuköllner Sekundarschule, so dass sich am Vormittag auch Schulklassen zu Projekten einfinden. Im Idealfall können die Heranwachsenden eine Berufsperspektive im technischen Bereich entwickeln und in Praktika oder Ausbildungsplätze vermittelt werden. Christoph Schröder

Info: www.socialreturn.de

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