Kolumne

Radverkehr in Berlin und Tempelhof

Wer Auto fährt, wünscht sich mehr Parkplätze und weniger Stau auf den Straßen.
Zu diesem Zweck müssen viele Menschen überzeugt werden, weniger Autos zu parken und zu fahren.

Gleichzeitig fordern die Krankenkassen von uns, uns mehr zu bewegen, um gesünder zu bleiben. Das bedeutet, dass wir mehr laufen und Fahrrad fahren sollen.

Auf dem Fahrrad wünscht man sich schließlich sichere Wege. All das lässt sich mit dem Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur erreichen!

Seit etwa 30 Jahren haben verschiedene Gruppierungen in diese Richtung geplant, unter anderen der BUND, ADFC, Agenda21 und das Bürgerforum Tempelhof. 1999 wurde sogar eine Fahrradroute durch die Nebenstraßen des Bezirks  mit dem Tempelhofer Umweltpreis prämiert.

Damit alle Beteiligten an einem Strang ziehen können, hat das Bezirksamt 2008 den FahrRat gegründet. Hier haben Vertreter der Verwaltung, der Parteien, der Verbände seitdem gemeinsam auf Basis der Berliner Radverkehrsstrategie Pläne für weitere Radrouten, für sinnvollere Anordnung von Kreuzungen und viele andere Verbesserungen entworfen. Die Bezirksverordnetenversammlung hat schließlich Beschlüsse gefasst, um diese Planungen durchzusetzen.

Ein paar Verbesserungen der desolaten Situation von alten Radwegen gab es seitdem: Neben der S-Bahn in Schöneberg wurde ein langer, kreuzungsfreier Fuß- und Radweg erbaut, in Mariendorf wurden Schutzstreifen beispielsweise auf Ring- und Rixdorfer Straße und in Tempelhof auf der Manteuffelstraße eingerichtet.

Aber der größte Teil der Bautätigkeit bleibt in der Verwaltung mit der mittlerweise fadenscheinigen Begründung stecken, es gebe nicht genug Geld und Mitarbeiter.

Insbesondere in Tempelhofs Zentrum fehlt ein sicherer, durchgehender Weg zum Radfahren. Es gibt Vorschläge, diesen Weg entsprechend der prämierten Route in Nebenstraßen anzulegen, aber auch direkt auf dem Tempelhofer Damm wird ein Radstreifen – möglichst gegen Falschparker baulich geschützt – gefordert.

Aus diesem Grund versucht der „Volksentscheid Fahrrad“, in Berlin neue politische Mittel anzuwenden. Dafür wird ein neues Netzwerk „Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg“ gegründet. Hoffentlich retten uns neue Methoden vor Verkehrsinfarkt und übermäßigen Abgasen.

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