Interview

„Hat durchaus Potenzial …“

Mit Leidenschaft Fotograf: Dieter Düvelmeyer©Dieter Düvelmeyer

Fotograf Dieter Düvelmeyer über die Manteuffelstraße

Dieter Düvelmeyer hat als Fotograf und Diplom-Designer nicht nur sein Studio an der Manteuffelstraße, sondern wohnt auch schon viele Jahre dort. Das tempelhofer journal trifft ihn an einem sonnigen Herbstvormittag in seinem Laden nahe der Kreuzung Albrechtstraße. Durchs große Schaufenster schauen wir direkt auf Autos, Radfahrer, Fußgänger. Mit Dieter Düvelmeyer sprach Christoph Schröder.

tj: Herr Düvelmeyer, wir wollen mit Ihnen über die Manteuffelstraße sprechen. Wie lange wohnen Sie schon hier?

DD: Wir haben vorher in der Wissmannstraße in Neukölln gewohnt. Dann sind wir in das Dachgeschoss oben gezogen. Das war zur Fußball-WM 2006.

Und wie wohnt es sich?

Bestens. Das Schöne ist, dass es nach hinten raus noch einen Garten gibt und wir nach hinten raus auch zwei Balkone haben.  Das ehemalige Hinterhaus steht seit dem Krieg nicht mehr.

Kann man da sitzen im Garten?

Wir nutzen ihn vom ganzen Haus. Wir haben eine sehr gute Hausgemeinschaft, grillen auch mal da. Ich find’s wichtig in einem Haus zu wohnen, wo man alle kennt.

Wie kamen Sie zu dem Studio?

Das hat sich durch Zufall ergeben. Der Vermieter hat meine Frau, sie ist Maskenbildnerin, angesprochen, wir hätten da doch so schöne Bilder im Hausflur; ob wir die nicht in den Laden hängen wollten, solange der leer stehe. Daraufhin haben wir uns den Laden angeschaut und beschlossen unser Studio und die Maske dort einzurichten. Seit genau einem Jahr sind wir jetzt hier drin.

Wie erleben Sie denn die Straße? 

Erst mal laut und dreckig. Ich finde es schade, dass hier der Tabak- und Zeitschriftenladen nebenan weg ist, weil sowas ja doch eine Institution ist für den Kiez. Ansonsten: Ist halt eine Wohn- bzw. Durchgangsstraße. Das Kulturelle liegt hier schon brach, abgesehen von der ufaFabrik. Was hier fehlt ist eine Kiez­kneipe für Nichtraucher. Früher gab hier an der Ecke ja das Cancún, da ist jetzt ein Kinderladen drin.

Apropos Kinderläden: Die sind ja hier in der Gegend richtig auf dem Vormarsch. Wie sehen Sie das?

Ja, scheint ein Geschäftsmodell zu sein. Die sind offenbar fähig bestimmte Mieten zu bezahlen, das sind andere Leute wiederum nicht. Ich find’s in der Masse seltsam.

Wie könnte man die Manteuffelstraße weiter entwickeln? Was wäre Potenzial?

Potenzial wäre auf jeden Fall, Video World am Berlinickeplatz wieder zu einem Kino zu machen. Ich glaube, das war mal eins. Wenn wie gesagt, kulturell mehr geboten würde. Ich weiß nicht, ob sich das verkehrstechnisch durchsetzen ließe, aber es wäre schön, wenn man die Straße etwas beruhigen könnte, mit Tempo 30 etwa. Das Umfeld mit den Parks hier ist schon sehr gut. Aber es ist und bleibt eine Straße, wo hauptsächlich Wohnhäuser stehen und keine Läden.

Hat sich aus ihrer Sicht durch den neuen Radweg auf der Fahrbahn hier etwas geändert?

Ich bin selbst beides, Rad- und Autofahrer. Ich finde es auf jeden Fall besser jetzt, sicherer und bequemer für die Radfahrer. Was allerdings in Kauf genommen werden musste, ist, dass locker ein Drittel der Parkplätze weggefallen sind.

Herr Düvelmeyer, vielen Dank für das Gespräch.

Dieser Beitrag wurde unter Titel abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.