Kolumne

Chance für Stadtumbau-Neue Mitte Tempelhof

Der Abschluss der vorbereitenden Untersuchungen für das Rathaus Tempelhof und das nähere Umfeld auf der dritten Informationsveranstaltung war gekennzeichnet durch intensive Diskussionen und teilweise hitzige Debatten zwischen Publikum, Planergemeinschaft und den Vertretern von Senat und Verwaltung.

Große Veränderungen in der Mitte Tempelhofs! Die Planung sieht neben der Weiterentwicklung des Rathauses, einem neuen Stadtbad, einem Bibliotheksneubau und der Umsetzung des Polizeiabschnitts den Aufbau eines neuen Wohnviertels samt zugehöriger Infrastruktur vor.

Keine Sanierung von maroden und teilweise zu kleinen Gebäuden wie Stadtbad, Bibliothek und Polizeiabschnitt, sondern Stadtumbau und Neubau sind angesagt. Die Ansage eines Neubaus des Polizeiabschnitts am hinteren Ende der Götzstraße stieß auf erheblichen Widerspruch.

Dabei scheint Planern und Verwaltung der Spagat zwischen neuem Wohnquartier und einem die Aufenthaltsqualität steigernden Neubau von Kultur-, Freizeit-, und Bildungseinrichtungen zu gelingen. 500 neue Wohneinheiten auf dem Areal sind geplant. An die Architekten werden wegen der vorgesehenen kompakten Bauweise mit einer Geschosshöhe von etwa sechs Stockwerken besonders hohe Anforderungen gestellt. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein. Deutlich wurde bei den Anhörungen, dass es für Anwohner und Umfeld dauerhaft zusätzlichen Gesprächsbedarf geben wird.

Bleibt auf dem Teppich, liebe Anwohner! Es geht nicht um die Entfernung von Kleingärten und Stadtbad, sondern um eine behutsame Entwicklung bezahlbaren, neuen Wohnraums mit einer qualitativ hochwertigen, neuen Infrastruktur. Viele Fragen wurden gestellt und viele Antworten sind notwendig.

Ich meine, der Bezirk hat hier die Möglichkeit ein Quartier zu bauen, welches nicht nur lokal, sondern für ganz Berlin beispielhaft werden kann.

Vor diesem Hintergrund halte ich Statements einzelner Personen wie „hier wird ein neuer BER geplant“ oder Forderungen nach Erhalt des Bades (welches von den Bäderbetrieben ohnehin neu gebaut wird), für wenig hilfreich.

Der planungstechnische Aufwand für die Veränderungen und die baulichen Maßnahmen ist enorm. Die Forderung nach „vernünftigen Verkehrslösungen“ auf dem Tempelhofer Damm steht auf der Agenda. Wir müssen davon ausgehen, dass die Realisierung mindestens zehn Jahre in Anspruch nehmen wird. Ich werde die Entwicklung aufmerksam beobachten und wünsche Bezirksamt und Verwaltung ein gutes Händchen bei der Realisation dieses anspruchsvollen Projektes.

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