100 Jahre Schaustellerfamilie Wollenschlaeger 

Kerngeschäft – Volksfeste organisieren

Rückblick auf die Eröffnung DAV 2017 im Marienpark durch Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Thilo-Harry Wollenschlaeger © Marlies Königsberg

Frühlingszeit und Sommer, wie er bald da sein wird: Das ist auch die Zeit der Volksfeste, Rummelplätze, Jahrmärkte, mit denen die allermeisten von uns schöne Erinnerungen verbinden, die leuchtenden Augen der eigenen Kinder und auch manches Vergnügen noch als Erwachsener. Britzer Baumblüte, Neuköllner Maientage, Deutsch-Amerikanisches Volksfest, das seit 2017 eine neue Heimstatt in Mariendorf gefunden hat – sie sind feste Bestandteile Berlin-Brandenburgischer Tradition und Gegenwart. 

Das tempelhofer journal richtet den Blick hinter die Kulissen und auf eine der zentralen Persönlichkeit der regionalen Schaustellerszene. 

Der wichtigste Mann, ohne ihn läuft nichts, ist Volksfestorganisator Thilo-Harry Wollenschlaeger. Der 52jährige betreibt mehrere Schaustellergeschäfte, Bierzelte, Imbisse, richtet mit seiner Agentur Events jeder Art aus, fungiert nicht zuletzt als Vorsitzender des Fachverbands reisender Schausteller Brandenburg, sitzt im Vorstand der Berliner Mittelstandsvereinigung der CDU und setzt sich für soziale Projekte ein.

Der Schaustellerfamilienbetrieb begann vor 100 Jahren

Urgestein Harry mit Sohn Thilo-Harry Wollenschlaeger. Gemeinsam im Jahr 2000 auf einem der beliebten Volksfeste. Vater Harry verstarb im Juni 2001 © Familie Wollenschlaeger

Urgestein Harry mit Sohn Thilo-Harry Wollenschlaeger. Gemeinsam im Jahr 2000 auf einem der beliebten Volksfeste. Vater Harry verstarb im Juni 2001 © Familie Wollenschlaeger

Der Ururgroßvater von Thilo-Harry Wollenschlaeger fing in Schlesien mit einer Wanderkonditorei an. Der Großvater betrieb eine Losbude und eine Achterbahn aus Holz in Berlin. Vater Harry Wollenschlaeger kam 1927 in einem Wohnwagen auf einem Rummel am Gesundbrunnen zur Welt und brachte es bis zum Präsidenten des deutschen und auch des europäischen Schausteller-Bundes. 1961 gründete er das Deutsch-Amerikanische und 1963 das Deutsch-Französische Volksfest. Gemeinsam mit Hans Purwin veranstaltete er 1965 das erste Mal die Neuköllner Maientage in der Hasenheide. Lobbyarbeit lag ihm am Herzen – im Jahr 2000 erklärte der Bundestag Volksfeste zum „schützenswerten Kulturgut“. 1989 übernahm Sohn Thilo-Harry in fünfter Generation die Nachfolge und ist Chef vom Betrieb. 

Mehr als Geldverdienen

Familientradition entsprechend betreibt der Unternehmer auch heute noch eine Losbude: „Jolly Joker“. Besuchermagnete sind die Achterbahn, Autoskooter, Riesenräder, Karussells, obwohl diese immer investitions- und kostenintensiver werden, betreibt Thilo-Harry ein Unikat, eine fast 80 Jahre alte Walzerbahn. 

Thilo-Harry Wollenschlaeger hat drei Kinder, die vielleicht mal in seine Fußstapfen treten; zunächst aber geht die Schule vor. Wohnhaft ist er mit seiner Familie in Falkensee; Lager, Werkstätten und Fuhrpark befinden sich in Bötzow. Sein Familienbetriebe ist weit mehr als ein Wirtschaftsunternehmen, mit dem Einkünfte erzielt werden, sondern steht auch für Traditionspflege, Familienbewusstsein und Zusammengehörigkeitsgefühl. Marlies Königsberg/Christoph Schröder

57. Deutsch-Amerikanisches Volksfest, startet vom 27.07. bis 19.08., täglich ab 14 Uhr, auf dem Gelände des Alten Gaswerks Mariendorf. Infos auf: http://www.deutschamerikanischesvolksfest.de/, www.wollenschlaegerberlin.de 

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