Ausstellung zum 50. Jahrestag des Attentats

Drei Kugeln auf Rudi Dutschke

© Tagesspiegel

„+r 157 -we 1a – versuchter Mord = „ Im Telegrammstil wird die erste Tickermeldung über den Angriff auf den westdeutschen Studentenführer veröffentlicht. Längst ist der Zettel, unterzeichnet von Kriminaloberkommissar Kittlaus, vergilbt. Die drei Kugeln, mit denen Dutschke am 11. April 1968 am Kurfürstendamm niedergeschossen wird, wirken so klein und unscheinbar. Und verletzen ihn doch so schwer, dass er elf Jahre später an den Spätfolgen sterben wird. 

Triste Schwarzweißaufnahmen zeigen das Fahrrad Dutschkes, seine Schuhe, den Tatort mit der Kreidezeichnung auf dem Asphalt. Der diensthabende Polizist hat auf einer Zeichnung feinsäuberlich den Tatort nachgezeichnet und alle Details, vom Lichtmast bis zu Teilen des Lederarmbands, farbig eingetragen.

Akribisch fotografiert und aufgelistet sind auch Waffen und Munition des Attentäters: Josef Bachmann, ein 23-jähriger Anstreicher und Neonazi aus München, der mit Revolver, Gewehr und mehr als 100 Patronen nach Berlin fährt, um das „dreckige Kommunistenschwein“ zu erschießen. Nach der Tat kommt es bundesweit tagelang zu Straßenschlachten und Demonstrationen, vor allem gegen den Springer-Verlag. Auch das wird in der Ausstellung dokumentiert. Katrin Schwahlen

Info: Die Sonderausstellung „Drei Kugeln auf Rudi Dutschke“ ist bis zum 20. Juli im Polizeihistorischen Museum Berlin, Platz der Luftbrücke 6, 12101 Berlin zu sehen. Sie ist von montags bis mittwochs von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Eintritt 2 €, Einlass nur mit Ausweis, http://polizeihistorische-sammlung-berlin.business.site/

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