Der MedienPoint Tempelhof sammelt

Schaffen Sie Platz in den Bücherregalen

Regale, Regale, Regale: Bücher, LPs und DVDs warten auf neue Leser, Hörer und Zuschauer ©MedienPoint Tempelhof

Im MedienPoint in der Werderstraße, einem sozialen Projekt des Kulturring in Berlin e.V., werden Bücher, Schallplatten, Kassetten, Videos, DVDs und CDs angeboten. Diese Medien kann man kostenfrei mitnehmen. Täglich werden bis zu je drei Stück an die Besucher abgegeben.

Der MedienPoint lebt von Spenden. Was zu Hause in den Regalen rumsteht, nicht mehr benötigt und gelesen wird – in der Werderstraße kann es abgegeben und von dort an neue, interessierte Leser bzw. Nutzer weitergereicht werden.

Was kann gespendet werden?

Gebrauchte gut erhaltene Bücher aus der „Neuzeit“, Krimis, Fachbücher, Biografien und vor allem Kinderbücher. Darüber hinaus sind Kuschel-und Stofftiere besonders beliebt. Videos, DVDs und CDs werden ebenfalls gerne angenommen, aber bitte nur gebrauchte Originale, keine selbst aufgenommenen Ton- und Bildträger.

Dabei jedoch beachten: Der MedienPoint ist keine Altpapierentsorgungsstelle! Einen Abholservice kann der MedienPoint leider nicht anbieten. Marlies Königsberg

Kontakt: MedienPoint Tempelhof, Henning Hamann, Werderstr. 13, 12105 Berlin, Telefon: 030/7889 3194, Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-17 Uhr, außer mittwochs zwischen 13.30 und 14.30 Uhr geschlossen!
Info: www.kulturring.org, www.facebook.com/MedienPointtempelhof?ref=hl

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Bimillennium 2017: Ovid und Europa

„Ovids Traum“ auf dem Tempelhofer Feld

Das 2000 Jahre alte Geheimnis der „Metamorphosen“ des römischen Dichters Ovid kommt nach Tempelhof.

Dieses Jahr ist der 2000. Todestag des römischen Dichters. Dazu hat die Freie Universität Berlin eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel: „Bimillennium 2017: Ovid und Europa“ ins Leben gerufen.

Ovid – im Garten der Wandlungen

Einen Teil der Veranstaltungsreihe bildet das Theater Anu. Dieses zeigt vom 27.-29. Juli und 03.-06. August jeweils ab 21.30 Uhr eine Parkinszenierung auf dem Tempelhofer Feld (Eingang Columbiadamm) mit dem Titel „OVIDS-TRAUM – im Garten der Wandlungen“. Dabei entsteht eine begehbare Traumwelt aus Licht und Sound: Getanzte Leidenschaft – poetisch, mystisch und hypnotisch. Das Projekt wird von der Grün Berlin GmbH und radioeins unterstützt. Ticketpreise und weitere Informationen online unter: www.theater-anu.de

Zum Bimillenium von Ovid wird bis 20.07. eine kostenlose Ringvorlesung im Offenen Hörsaal der FU mit dem Thema: „Deconstructing Gender? Ovid und die Frauen“ angeboten.

Das komplette Programm des Offenen Hörsaals gibt es unter: www.fu-berlin.de/offenerhoersaal

Interview mit Prof. Dr. Melanie Möller, Freie Universität Berlin

Das Interview für das tempelhofer journal führte Sebastian Treu.

tj: Frau Prof. Dr. Möller, was war ihr erster Kontakt, Ihre erste Erfahrung mit Ovid?

MM: Zum ersten Mal bin ich mit Ovids „Metamorphosen“ in der Schule in Berührung gekommen. Leider hatte ich Latein erst als dritte Fremdsprache gewählt, so blieb nicht sehr viel Zeit für intensive Leseerlebnisse; gleichwohl haben mich die Verwandlungssagen in der Weise, wie Ovid sie darbietet, sogleich gefesselt und nachhaltig beeindruckt. Im Studium habe ich gleich wieder Feuer gefangen, wir haben die „Metamorphosen“ in einer Kleingruppe intensiv gelesen und diskutiert; darüber hinaus haben wir uns aber auch mit anderen Werken Ovids befasst, vor allem mit den Liebesdichtungen. Die Werke sind übrigens durchaus nicht so „einfach“ zu übersetzen, wie manche meinen; die Texte sind so präzise wie bildgewaltig, da muss man auch mal länger feilen und kann sich in Geduld üben.

tj: Wie hat sich die Sprache seit Ovid Ihrer Meinung nach verändert?

MM: Die Bedeutung der lateinischen Sprache und Kultur für die geistige Entwicklung Europas kann kaum überschätzt werden. Sprachgeschichtlich betrachtet hat sich natürlich einiges getan. Aus der sog. vulgärlateinischen Umgangssprache haben sich schließlich die romanischen Sprachen entwickelt. Das Latein der Schriftsteller wie Ovid ist immer vorwiegend Schriftsprache gewesen, eine künstliche und künstlerische Ausprägung, die bis in Neuzeit und Moderne hineingewirkt hat und noch wirkt, auch wenn es u.a. in der Bildungspolitik Leute gibt, die das bezweifeln. Nur weil es nicht bzw. nicht mehr gesprochen wird, ist Latein noch lange keine „tote“ Sprache; vielmehr handelt es sich um eine höchst lebendige Literatursprache, und die Beschäftigung mit dieser Literatur kann uns viele bereichernde Fähigkeiten, vor allem genaues Lesen, Aufmerken, Zuhören – Denken! – vermitteln.

tj: Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrem aktuellen Veranstaltungsprogramm?

MM: Es gibt eine beträchtliche Anzahl von Ovid-Begeisterten aus verschiedenen Fächern, Experten und Laien, die ich im Rahmen meiner Veranstaltungen gerne zusammenbringen möchte. Vielen Menschen ist jedoch gar nicht bewusst, wie sehr ihr Wissen und ihre Vorstellungswelt von Ovid geprägt sind, vor allem, aber nicht nur von den „Metamorphosen“. Mit meinem Programm möchte ich auch darauf aufmerksam machen, wie selbstverständlich und eben zum Teil unbewusst wir mit einem zentralen Text der europäischen Kultur umgehen. Vor allem möchte ich die Modernität Ovids einem breiteren Publikum vor Augen führen – und natürlich auch für die Attraktivität des Faches Latein werben. Wir sind kein verstaubter Haufen ewig Gestriger, sondern begreifen uns als höchst lebendige und moderne „Hüter“ der römischen Kultur und wollen ihre Errungenschaften für möglichst viele Menschen zu einem intellektuellen Erlebnis werden lassen.

Info: www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de

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Fotoband von Bernd-Rüdiger Ahlbrecht

Der Flughafen Tempelhof

Volksflugtag: Oskar Dimpel am Trapez unter seiner Heinkel He 72 ©Archiv Berliner-Flughafen-Gesellschaft

Das Wahrzeichen Tempelhofs – das ist heutzutage das Tempelhofer Feld. Bekannt in Deutschland, Europa, weltweit. Wo gibt es schon so eine große innerstädtische Freifläche und Spielwiese? Dass das Areal vor wenigen Jahren noch als Flughafen fungierte – dieser Tatsache haftet bereits die Patina der Historie an. Interessant ist sie allemal. Und die Älteren knüpfen lebhafte und oft nostalgisch-sentimentale Erinnerungen daran.

Ein neuer Fotoband vollzieht die Geschichte dieser „Mutter aller Flughäfen“ nach. Herausgegeben hat ihn der Luftfahrthistoriker Bernd-Rüdiger-Ahlbrecht, Autor einer Reihe von Publikationen zum Thema Luftfahrt. Über 160 Schwarz-Weiß-Aufnahmen illustrieren den Werdegang des Geländes. Er reicht von den ersten Flugversuchen des preußischen Militärs mit Ballons, dem Bau des damals ultramodernen Flughafengebäudes bis zur Luftbrücke und den Nachkriegsjahrzehnten mit Tempelhof als regulärem Berliner Verkehrsflughafen.

Präsentiert werden Fotografien aus der Pionierzeit, der bewegten Bauperiode, von Großereignissen und Alltagsbetrieb. Technikfreunde können Blicke hinter die Kulissen und auf die verschiedensten Flugzeugtypen genießen. Geschichten und Geschichtchen – da dürfen zahlreiche Promis nicht fehlen, die in Tempelhof einflogen und der geschundenen und isolierten Halbstadt in den 50er und 60er Jahren ein wenig Glanz verschafften.

Fazit: Die spannenden historischen Aufnahmen, die kenntnisreich kommentiert sind, bieten einen kurzweiligen Rundgang durch eine noch nicht lange zurückliegende geschichtliche Epoche – vor unserer Haustür. Ähnlich wie bei einer gelungenen TV-Dokumentation kann man sich auf eine stimmungsvolle Zeitreise mitnehmen lassen. Christoph Schröder

 

 

 

 

 

Der Flughafen Tempelhof in alten Bildern, Bernd-Rüdiger Ahlbrecht, 128 Seiten,  Sutton Verlag, 20 €

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Tägliche Unterstützung für den Volkspark Lichtenrade

Abstimmung im Internet für Spielplatz

Online-Abstimmung: bis 10. August 2017 (23.59 Uhr) täglich pro Person für den Spielplatz in der Groß-Ziethener-Str. 60, 12309 Berlin, um aus dem Förderungsprogramm von Fanta-Spielplatzinitiative Spielgeräte und Schaukel zu erhalten. Family & Friends e.V. unterstützt diese Aktion. Bitte helfen Sie und Voten mit! Marlies Königsberg

Links im Internet: https://fsi.fanta.de/voting/?id=260 oder mobil: https://fsi.fanta.de/widget/?id=260, bei Facebook: www.facebook.com/fantaspielspass

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Gewinnspiel des Deutsch-Amerikanischen Volksfests

Tolle Preise zu gewinnen!

Vom 21. Juli bis 13. August wird das 56. Deutsch-Amerikanische Volksfest erstmalig am neuen Standort Marienpark (Altes Gaswerk Mariendorf) stattfinden. Auf dem Festgelände werden über 100 Schausteller, verschiedene Fahrgeschäfte, eine amerikanische Kulissenstadt und verschiedene kulinarischen Highlights aus den USA zu finden sein. Täglich ab 14 Uhr locken zudem ein Nonstop-Bühnenprogramm sowie zahlreiche Thementage. Der Eintritt beträgt 2 Euro, Kinder sind frei.

Der Veranstalter Thilo-Harry Wollenschlaeger und seine Marketingagentur newman media berlin veranstalten zusammen ein Gewinnspiel.

Das tempelhofer journal beteiligt sich als Medienpartner an dieser Aktion. Zu beantworten ist folgende Frage:

Wann fand das erste Deutsch-Amerikanische Volksfest in Berlin statt und wer war Regierender Bürgermeister?

Gewinne: ein Verzehrgutschein für zwei Personen im Wert von
50 € (gültig auf dem 56. Deutsch-Amerikanischen Volksfest) oder einen Stone Brewing Berlin-Brauereirundgang mit anschließendem Abendessen für zwei Personen.

Senden Sie die richtige Antwort bis zum 21.07.2017, 18 Uhr an folgende E-Mail: info@newman-media.de mit dem Betreff: „DAV – TEMPELHOFER JOURNAL“ 

Bitte Namen und Anschrift sowie E-Mail mit angeben!

Nach Auslosung der Gewinner werden die Gutscheine digital von der Agentur newman media berlin versandt. Diese müssen ausgedruckt vor Ort vorgezeigt werden. Marlies Königsberg

Info: www.deutschamerikanischesvolksfest.de, www.newman-media.de 

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Rätsel

Welche Tempelhofer Straße ist gemeint?

Er war gegen Militarismus, Rassismus und Materialismus, forderte Offenheit und Transparenz in der Architektur und verarbeitete seine Visionen in vielen Statements. Sein grotesker Humor ist Legende und passt genau in unsere Zeit. Nach ihm wurde im Kiez eine Straße benannt. Viel Spaß beim Raten!

Ihre Lösung senden Sie bitte bis zum 21.08.2017 an Karl-Heinz Kronauer/ „tempelhofer journal“, John-Locke-Straße 18a, 12305 Berlin oder per E-Mail an: info@tempelhoferjournal.de.

Auflösung aus der Ausgabe 03/2017. Gesucht war der Fleschweg in Marienfelde, benannt nach Hans Flesch. Richtig geraten und gewonnen hat unser Leser Dirk Hoffmann aus 12309 Berlin. Herzlichen Glückwunsch, Herr Hoffmann! Sie haben eine Flasche Wein gewonnen. Bitte rufen Sie die Redaktion an, Tel.: 030/588 774 52 oder 0173/808 60 16, damit wir die Übergabemodalitäten besprechen können.

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„Kaffeeschwestern“ werden ein Jahr alt

Kaffeepause im Kiez

Ort der Ruhe: Abseits vom Trubel des Te-Damms genießt man hier seinen Café und ein Stück Kuchen ©Marlies Königsberg

Mit dem Café „Kaffeeschwestern“ haben sich Shanna und Sevgi einen Traum im Kiez erfüllt. Beide Schwestern, Shanna und Sevgi, sind in Tempelhof geboren und aufgewachsen und haben von der Mama das Kuchenbacken gelernt. Jetzt feiern sie den einjährigen Geburtstag in der Friedrich-Wilhelm-Str. 83

„Kaffeeschwestern“ ist ein beliebter Treffpunkt für Frühstücks,- Kaffee- und Kuchenliebhaber. Die günstige Lage lädt zu einem Boxenstopp nach einem Einkaufsbummel am Tempelhofer Damm ein. Im Angebot sind kleine Mittagsspeisen, hausgemachte Kuchen, Quiches und Waffeln; alles wird frisch zubereitet und auf auch außer Haus verkauft.

Der selbstgebackene Kuchen schmeckt so gut, dass jede einzelne Kalorie Freude bereitet.

Bei schönem Wetter lädt die neu gestaltete Terrasse mit kleinen Tischen und Stühlen zum gemütlichen Verweilen ein. Bei Eiskaffee und anderen Leckereien kommt man gern ins Plaudern. Auf Anfrage können für größere Gruppen Plätze bestellt werden.

Viele Spielsachen schaffen zudem eine kinderfreundliche Atmosphäre, ideal für junge Familien. Marlies Königsberg

Kontakt: Kaffeeschwestern, Friedrich-Wilhelm-Str. 83,12099 Berlin, Telefon: 030/23932065, Info: www.facebook.com/kaffeeschwestern

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Der Weg für die Teilung von Lichtenrade ist frei

Klage wurde abgewiesen

Der oberirdische Ausbau der Dresdner Bahn ist beschlossen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Klage der Lichtenrader Bürgerinitiative abgewiesen und damit der Deutschen Bahn am 29.06.2017 grünes Licht für den ebenerdigen Ausbau der Dresdner Bahntrasse quer durch Lichtenrade gegeben. In erster und letzter Instanz wurde entschieden, dass der Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamtes Bestand hat. Die Dauer des Baus wird mit vier bis sechs Jahren veranschlagt. Danach sollen hinter bis zu sechs Meter hohen Schallschutzwänden täglich bis zu 600 Schnellzüge durch Lichtenrade rauschen – zuzüglich zum S-Bahnverkehr. Infos: www.dresdnerbahn.de

Das Ergebnis aus Leipzig wurde auf der Informationsveranstaltung am 03. Juli 2017 im Gemeinschaftshaus Lichtenrade von den Vorstandsmitgliedern der Bürgerinitiative bekanntgegeben. Diese war mit 250 Mitgliedern und Interessierten gut besucht. Unter den Anwesenden waren u.a. der Tempelhofer CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak und Volker Mönch, Vorsitzender des Unternehmer-Netzwerk Lichtenrade e.V., der zu diesem Thema die Kolumne in dieser Ausgabe geschrieben hat.

Das Urteil ist endgültig und es sind keine Rechtsmittel mehr möglich.

Sobald die Urteilsbegründung vorliegt, wird die Möglichkeit einer Klage beim Bundesverfassungsgericht geprüft. Der Grund für den Gang nach Karlsruhe würde der Schallschutz sein. Schall 03, die Vorschrift, aus dem Jahr 1990, die im Planfeststellungsverfahren noch angewendet wird, wurde 2014 erneuert. Die neue Vorschrift führt zu höheren Werten, weil hier genauere Berechnungsverfahren angewendet werden.

Allerdings führt eine Klage vor dem BVG nicht zu einem Baustopp. Wann mit einem Urteil zu rechnen ist, ist nicht vorhersagbar. Dies könnte durchaus zwei Jahre oder länger dauern. Kassierer Gerd Jenke: „Am Geld scheitert die Fortsetzung des juristischen Vorhabens nicht.“ Und Klaus Roessler, stellvertretender Vorsitzender fügte hinzu: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Marlies Königsberg

Infos: Bürgerinitiative Dresdner Bahn :www.dresdner-bahn.de/, Bverwg-Urteil: http://bverwg.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung.php?jahr=2017&nr=48

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Viel Bewegung rund ums Rad

© Fotolia/Finecki

Fahrradhauptstadt Berlin

Es ist unübersehbar, wie populär Radfahren in Berlin geworden ist – während der motorisierte Individualverkehr der Hauptstadt allmählich ans Limit kommt. Das neue Radwegegesetz, das dieser Tage von Initiativen und Behörden erarbeitet wird, trägt dem Rechnung. Radschnellwege, Haupt- und Ergänzungsroutennetz, geschützte Radstreifen – man darf gespannt sein, ob auch für Tempelhof etwas dabei herauskommt; z.B. für den vom KFZ- und LKW-Verkehr gequälten und auf weiten Strecken noch immer nicht mit einem Radweg ausgestatteten Tempelhofer und Mariendorfer Damm.

„Das Fahrrad hat schon eine große Zukunft“

Im Gespräch mit Heinrich Riebold von Heinrichs Fahrradladen

Kaiserin-Augusta-/Ecke Theodorstraße befindet sich das Fahrradgeschäft von Heinrich Riebold. Morgens um Zehn bin ich mit dem Inhaber verabredet; der Alltagsbetrieb läuft gerade an. Neuräder werden vor dem Laden platziert, Azubi und Praktikant haben alle Hände voll zu tun. Ich schaue mich um: Niedrige Decke, gerade mal 100 Quadratmeter Ladenfläche vollgepackt mit Regalen, Ersatzteilen, Rädern;  die Werkstatt ist in einem kleinen Hinterraum. Wenig Platz, dafür viel Leidenschaft, Sachverstand, Einsatz – dies der erste Eindruck.

tempelhofer journal: Heinrich, fangen wir mal mit dir selbst an. Du bist Fahrradhändler und Fahrradmechaniker, hast du das gelernt? 

Heinrich Riebold: Ich bin Quereinsteiger. Eigentlich habe ich Elektro​mechaniker gelernt; vor 33 Jahren bin ich aber schon zum Fahrrad gekommen. Früher habe ich als Angestellter in einigen anderen Läden gearbeitet. Aufgrund meiner langen Erfahrung darf ich auch ausbilden.

tj: Und wie lange hast du deinen Laden hier schon?

HR: 20 Jahre. Mittlerweile haben wir drei andere Betriebe hier im Kiez schon überlebt. Der Trend geht eindeutig zu großen Läden.

tj: Was stellst du dem als Konzept entgegen?

HR: Service, Kundenbindung! Wir geben zum Beispiel 20 Prozent Rabatt auf alle Werkstattdienstleistungen für Räder, die bei uns gekauft wurden. Gilt auch für Altkunden, früher gekaufte Räder.

tj: Wie ist denn das Verhältnis beim Umsatz zwischen Verkauf und Reparatur?

HR: Der Verkauf macht noch immer über 50 Prozent aus, der Service nimmt aber zu.

tj: Und was ist da so das häufigste, womit ihr im Service zu tun habt?

HR: Der häufigste Defekt sind Platten. Da setzen wir neue Schläuche ein und gucken auch nach der Ursache. Viele scheuern den Schlauch kaputt, weil sie zu wenig Druck auf den Reifen haben.

tj: Was sollte ich checken, wenn ich jetzt zur Saison mein Rad aus dem Keller hole?

HR: Luft aufpumpen natürlich, wir haben hier draußen vor der Tür übrigens Pressluft. Dann die Kettenspannung prüfen, die Kette ölen. Schauen, ob Bremsen und Licht in Ordnung sind. Das Licht ist nicht für die Polizei da, sondern für einen selbst.

tj: Verstanden. Was fährst du übrigens selbst für ein Rad?

HR: Ich fahre meistens mit diesem kleinen E-Bike. Seit ich das habe, fahre ich drei Mal mehr als früher. Auch Zwischenstrecken, die ich früher mit der S-Bahn gemacht habe, fahre ich jetzt mit dem Pedelec.

Heinrich Riebold vor seinem Fahrradladen mit dem kompakten Elektrofahrrad © Dominik Flügel

tj: Das sieht aus wie ein Klapprad …

HR: Das ist ein Kompaktrad mit Trapezrahmen. Durch die kleinen Räder nimmt es weniger Platz ein, ist aber genauso schnell wie ein größeres. Es hat breite Bereifung, da kann ich auch mal mit in den Grunewald. Das ist ein geniales Berlinrad!

tj: Nutzen diese Akkus sich eigentlich ab? 

HR: Die reichen für ca. 1000 Ladungen. Mit einer Ladung komme ich hier in Berlin ungefähr 100 km weit.

tj: Da bin ich beruhigt, das reicht ja eine Weile. Was hast du so für Kunden? Kannst du das irgendwie typisieren?

HR: Wir haben früher viele ältere Kunden gehabt. In der Zwischenzeit wird Tempelhof wieder jünger, jetzt haben wir auch wieder mehr jüngere Kunden. Da müssen wir uns drauf einstellen.

tj: Zum Beispiel wie?

HR: Die jungen Leute wollen Räder, an denen nichts dran ist. Kein Schutzblech, kein Rücktritt, keine Gangschaltung.

tj: Tatsächlich? Ist das jetzt Mode?

HR: Heute kann man von Moden eigentlich nicht mehr reden. Es ist alles möglich im Fahrradbereich. Es gibt Dreiräder, es gibt Lastenräder, es gibt reine Sporträder in 1000 Ausführungen. Die Akkus für die E-Bikes werden kleiner, werden jetzt teilweise im Rahmen verbaut. Die Vielseitigkeit wächst sogar noch rapide. Also, das Fahrrad hat schon eine große Zukunft.

tj: Was hältst du von den Bemühungen des Senats, die Bedingungen für Radfahren in Berlin zu verbessern?

HR: Auf dem richtigen Weg. Radschnellwege, Nebenroutenkonzepte, um die Hauptstraßen zu meiden. Ich hoffe, dass die Verkehrswege für Radfahrer generell besser werden. Bloß die Umsetzung darf man sich nicht zu schnell vorstellen, das dauert noch Jahre.

tj: Zum Abschluss: Was würdest du den Berliner Radfahrern gern als Tipp mitgeben?

HR: 1,50 m Abstand von parkenden Autos einhalten. Mir passiert es fast jeden Tag, dass überraschend irgendwo eine Autotür aufgeht. Und dann ein besseres Miteinander. Ich lasse auch gern mal ein Auto vor, dann ist der mit seinen Abgasen weg und ich habe meine Ruhe. Interview Christoph Schröder

Fakten und Zahlen

88.122 Radlerinnen und Radler sind zwischen Anfang Januar und Ende April am Mariendorfer Damm unterwegs gewesen. Im April wurden an manchen Tagen mehr als 1.500 Fahrräder gezählt. Erfasst werden die Daten automatisch und rund um die Uhr von der Fahrradzählstelle an der B96, Ecke Friedensstraße.

Ob Rennrad oder Stadtrad, nur mal kurz oder den ganzen Tag, mit Höhe oder einfach nur gerade zu – Radeltage sind die schönsten Tage. Die 11 schönsten Fahrradtouren durch und um Berlin hat das Onlineportal Mit Vergnügen zusammengestellt. Ganz einfach kann man sich seine Touren auch selbst zusammenstellen, z.B. mit dem Routenplaner BBBike. 0 Euro kostet die Fahrradmitnahmen im ÖNPV für alle, die ein Schüler- oder Azubiticket haben.

Im Herbst 2017 geht das bundesweit erste Radgesetz in Berlin an den Start: Von 13 auf 30 Prozent steigen soll der Radverkehrsanteil, d.h. die Zahl der Wege, die mit dem Rad zurückgelegt werden. Geplant sind 100 Kilometer Radschnellwege sowie 100.000 zusätzliche Radabstellplätze. 2 Meter breit sollen die Fahrstreifen für Radler werden, damit diese sich auch überholen können. Für diese und weitere Maßnahmen hat der Senat 51 Millionen Euro eingeplant. Bauliche Maßnahmen für mehr Sicherheit sind dringend nötig; denn im vergangenen Jahr starben 17 Radler im Straßenverkehr, dies ist die höchste Zahl seit zwölf Jahren.

Und wer es musikalisch mag, dem sei das Lied „Rennrad“ empfohlen. Für einen Mann mit einem solchen Rad würde die Berliner Sängerin Dota die Blumen wegwerfen und die Katze verschenken, um mit ihm aufzubrechen.

Weitere Informationen

Radzählungen, Info: www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr/lenkung/vlb/de/karte.shtml

Radverkehr in Tempelhof-Schöneberg-ADFC Berlin,

Info: www.adfc-berlin.de/radverkehr/aus-den-bezirken/tempelhof.html

Radtouren, Info: mitvergnuegen.com/2015/11-schoene-radtouren-durch-und-um-berlin

www.berlin.de/special/fahrrad/radrouten/

www.berlin.de/tourismus/fahrradtouren/

Routenplaner, Info: www.bbbike.org/Berlin/

Volksentscheid Fahrrad, Info: www.volksentscheid-fahrrad.de

Rennrad-Song von Dota, Info: www.kleingeldprinzessin.de

Zusammenstellung: Katrin Schwahlen

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Kolumne

Radverkehr in Berlin und Tempelhof

Wer Auto fährt, wünscht sich mehr Parkplätze und weniger Stau auf den Straßen.
Zu diesem Zweck müssen viele Menschen überzeugt werden, weniger Autos zu parken und zu fahren.

Gleichzeitig fordern die Krankenkassen von uns, uns mehr zu bewegen, um gesünder zu bleiben. Das bedeutet, dass wir mehr laufen und Fahrrad fahren sollen.

Auf dem Fahrrad wünscht man sich schließlich sichere Wege. All das lässt sich mit dem Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur erreichen!

Seit etwa 30 Jahren haben verschiedene Gruppierungen in diese Richtung geplant, unter anderen der BUND, ADFC, Agenda21 und das Bürgerforum Tempelhof. 1999 wurde sogar eine Fahrradroute durch die Nebenstraßen des Bezirks  mit dem Tempelhofer Umweltpreis prämiert.

Damit alle Beteiligten an einem Strang ziehen können, hat das Bezirksamt 2008 den FahrRat gegründet. Hier haben Vertreter der Verwaltung, der Parteien, der Verbände seitdem gemeinsam auf Basis der Berliner Radverkehrsstrategie Pläne für weitere Radrouten, für sinnvollere Anordnung von Kreuzungen und viele andere Verbesserungen entworfen. Die Bezirksverordnetenversammlung hat schließlich Beschlüsse gefasst, um diese Planungen durchzusetzen.

Ein paar Verbesserungen der desolaten Situation von alten Radwegen gab es seitdem: Neben der S-Bahn in Schöneberg wurde ein langer, kreuzungsfreier Fuß- und Radweg erbaut, in Mariendorf wurden Schutzstreifen beispielsweise auf Ring- und Rixdorfer Straße und in Tempelhof auf der Manteuffelstraße eingerichtet.

Aber der größte Teil der Bautätigkeit bleibt in der Verwaltung mit der mittlerweise fadenscheinigen Begründung stecken, es gebe nicht genug Geld und Mitarbeiter.

Insbesondere in Tempelhofs Zentrum fehlt ein sicherer, durchgehender Weg zum Radfahren. Es gibt Vorschläge, diesen Weg entsprechend der prämierten Route in Nebenstraßen anzulegen, aber auch direkt auf dem Tempelhofer Damm wird ein Radstreifen – möglichst gegen Falschparker baulich geschützt – gefordert.

Aus diesem Grund versucht der „Volksentscheid Fahrrad“, in Berlin neue politische Mittel anzuwenden. Dafür wird ein neues Netzwerk „Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg“ gegründet. Hoffentlich retten uns neue Methoden vor Verkehrsinfarkt und übermäßigen Abgasen.

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