Projekt „Refill Berlin“ auch in Tempelhof

©chagin – stock.adobe.com

Leitungswasser kostenlos nachfüllen

Wasser ist wohl das am meisten unterschätzte Lebensmittel hierzulande. In ausgezeichneter Qualität immer verfügbar, nahezu kostenfrei. Eine Selbstverständlichkeit in Deutschland, wo man die Leitung aufdrehen kann und keine gesundheitlichen Bedenken haben muss. Dieses Lebenselixier Wasser rückt nun eine relativ neue Initiative ins Bewusstsein. 

„Refill“ heißt das Prinzip, bedeutet „wiederauffüllen“ auf Deutsch und es funktioniert sehr einfach. Ein Aufkleber mit dem Logo der Initiative – einem stilisierten blauen Wassertropfen – wird an Tür oder Schaufenster öffentlich zugänglicher Orte angebracht und signalisiert: Hier kannst du deine Trinkflasche auffüllen – und zwar direkt aus dem Wasserhahn. Auffüllstationen kann im Prinzip jeder werden, der einen Wasseranschluss hat: Geschäfte, Cafés, Restaurants, Büros, Behörden und Arztpraxen. Menschen- und umweltfreundlich zugleich kommt diese Bewegung daher. Denn gerade im Großstadtdschungel, gerade jetzt in der warmen Jahreszeit, sollte und möchte man unterwegs trinken – ohne sich dafür jedes Mal in ein Lokal setzen zu müssen. Egal ob Hipster, Tourist, BVG-Nutzer oder einfach als Vater mit seinen Kindern auf dem Weg vom bzw. zum Sport- oder Spielplatz – die Möglichkeit Wasser nachzutanken ist wertvoll. Und schont Ressourcen, denn Plastikflaschen haben ausgedient, wenn jeder seine eigene Trinkflasche dabei hat. „Zero Waste“ nennt sich die Bewegung auf Neudeutsch, null Abfall; wer möchte da widerstehen? 

Der Verein Verein „a tip: tap“ aus Neukölln, der sich für den Konsum von Leitungswasser stark macht, sowie die Berliner Wasserbetriebe unterstützen „Refill Berlin“. 

Mitmachen:Aufkleber besorgen und ankleben!

Berlin hat jetzt weit über 257 Refill Stationen und in manchen Bezirken gibt es öffentliche Trinkbrunnen. Noch viel mehr können sich am Projekt „ Leitungswasser trinken“ beteiligen. Auf einer online Karte von Refill Berlin sind die Teilnehmer und einige Trinkbrunnen verzeichnet. Hellblaue Aufkleber mit dem Logo eines Wassertropfens kennzeichnen die Läden und Einrichtungen am Fenster. Einen Trinkbrunnen sucht man im Bezirk Tempelhof-Schöneberg noch vergebens. Aber auch Tempelhof kann man schon mancherorts nachfüllen. Christoph Schröder, Marlies Königsberg

Kontakt: a tip: tap e.V., c/o Social Impact lab, Muskauer Str. 24, 10997 Berlin, E-Mail: berlin@refill-deutschland.de, Info: www.refill-berlin.de.

ZUSAMMENSTELLUNG DER TEILNEHMENDEN „REFILLER“ IN TEMPELHOF

LICHTENRADE

Tempelritter ApothekeLeitung: Frau Susanne Zinßmeister, Bahnhofstr. 60, 12305 Berlin, Telefon: 030 76 40 34 54, E-Mail: info@tempelritter-apotheke.de, Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 8-18.30 Uhr, Sa. 8.30-14 Uhr, Info: www.tempelritter-apotheke.de

 Teltow-ApothekeInhaber: Dr. Andreas Dehne, Nahariyastraße 27, 12309 Berlin, Telefon: 030 745 70 02, E-Mail: post@teltow-apotheke-lichtenrade.de, Öffnungszeiten: Mo., Di., Do. 8.30-19.30 Uhr, Mi., Fr. 8.30-18.30 Uhr, Sa. 8.30-14 Uhr, Info: www.teltow-apotheke-lichtenrade.de

Apotheke–Alt LichtenradeInhaber: Dr. Andreas Dehne, Groß-Ziethener Straße 35, 12309 Berlin, Telefon: 030 767 664 80, E-Mail: post@apotheke-alt-lichtenrade.de, Öffnungszeiten: Mo., Di., Do. 8-19 Uhr, Mi., Fr. 8-18.30 Uhr, Sa. 8-14 Uhr, Info: www.apotheke-alt-lichtenrade.de

Grüne Apotheke LichtenradeApothekerin Franziska Bukowski, Lichtenrader Damm 24, 12305 Berlin, Telefon: 030 742 88 15, E-Mail: info@gruene-apotheke-lichtenrade.de, Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 8.30-18.30 Uhr; Sa. 8.30-13 Uhr, Info: www.gruene-apotheke-lichtenrade.de

MARIENDORF

Stone Brewing GmbHIm Marienpark 22, 12107 Berlin, Telefon: 030 212 343 100, E-Mail: berlin@stonebrewing.eu, Öffnungszeiten: Mo.-Sa. 12-24 Uhr, So. 10-22 Uhr, www.stonebrewing.eu/visit/directions, Info: www.stonebrewing.eu

Park ApothekeInhaber: Dr. Andreas Dehne, Forddamm 4-6, 12107 Berlin, Telefon: 030 706 14 64, E-Mail: post@park-apotheke-mariendorf.de, Öffnungszeiten: Mo-Fr 8.30-18.30 Uhr; Sa: 8.30-13.30 Uhr, Info: www.park-apotheke-mariendorf.de

MARIENFELDE

Helgoland ApothekeApotheker Axel Trischmann , Hildburghauser Str. 5, 12279 Berlin, Tel. 030-721 40 76, E-Mail: anker.trischmann@t-online.de, Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 8.30-18.30; Sa. 8.30-13 Uhr., Info: www.helgoland-apotheke-berlin.de

Anker ApothekeApotheker Axel Trischmann, Alt-Marienfelde 55, 12277 Berlin, Tel. 030 721 18 85, E-Mail: anker.trischmann@t-online.de, Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 8.30-18.30 Uhr, Sa. 8.30-13 Uhr, Info: www.anker-apotheke-marienfelde.de

TEMPELHOF

soulproducts GmbHVolkmarstr. 1-7, 12099 Berlin, Telefon 030 509 665 12, E-Mail: hello@soulbottles.com, Gründer und Geschäftsführer: Georg Tarne und Paul Kupfer, Öffnungszeiten:  Mo-Fr: 9.30-18 Uhr, Info: www.soulbottles.de/impressum

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Geschäftseröffnung am Mariendorfer Damm

Neuer Standort von Evas Seidenfloristik

Eva Reisberg vor ihrem neuen Laden ©Marlies Königsberg

Nach dem Umzug vom idyllischen Dorfanger Alt-Lichtenrade zum Mariendorfer Damm eröffnete am 29.Juni Evas Seidenfloristik neu.

Alles hat zwei Seiten: Die Kündigung des Ladengeschäfts, das seit 2002 besteht und gut angenommen wurde, ist bitter. Sich wieder neu zu finden, zu orientieren und aufzubauen fällt schwer. Die viele Arbeit hat sich für Eva Reisberg und ihr Team gelohnt. Die Eröffnungsfeier am 29. und 30. Juni war proppenvoll. Viele Stammkunden ließen es sich nicht nehmen, Eva zum neuen Standort zu beglückwünschen.

Geblieben ist: Der freundliche Service; die Beratung zum Thema „sachgemäße Pflege von Kunstblumen“ inklusive Pflegespray, die Auswahl an Seidenblumen und- pflanzen, die Angebote dekorativer Wohnaccessoires, Kerzen aus natürlichen Materialien und die ausgefallenen Geschenkartikel zu jedem Anlass, jeder Jahreszeit sowie diverse Tee- und Schokoladensorten. Marlies Königsberg

Kontakt: Eva Reisberg, Mariendorfer Damm 422, 12107 Berlin, Telefon: 030 345 30 55; E-Mail: info@evas-seidenfloristik.de; Öffnungszeiten: Mo bis Fr von 9.30-18 Uhr, Sa 9.30-13 Uhr, Info: www.evas-seidenfloristik.de

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Deutsches Traber-Derby in Mariendorf

Trabrennbahn Mariendorf: seit 1913 ganzjährige Austragungsstätte von über 500 Rennen, eine der erfolgreichsten Trabrennbahnen Deutschlands ©Marius Schwarz, www.traberpixx.de

Treffpunkt der Traber-Szene Europas

Wenn vom 27. Juli bis 5. August die Derbywoche 2018 beginnt, wird Mariendorf sieben Tage lang wieder im Mittelpunkt für die europäische Traberelite und ein begeistertes Publikum stehen. Veranstalter dieses Höhepunkts der Rennsaison ist der erste Berliner Trabrenn-Verein. In diesem Jahr findet die große Rennwoche rund um das trotto.de 123. Deutsche Traber-Derby und das Eduard Winter Deutsche Stuten-Derby statt. Jeder Renntag wird unter einem besonderen Motto stehen. Das „tempelhofer journal“ sprach mit dem Mariendorfer Rennstallbesitzer Ulrich Mommert. 

Wettkampfstätte für Traber

Seit mehr als 100 Jahren ist die Trabrennbahn Mariendorf am Start. Der pferdebegeisterte Berliner Verleger Bruno Cassirer gründete gemeinsam mit anderen 1913 den Trabrenn-Verein Mariendorf. Der Beginn des Ersten Weltkriegs brachte den Pferderennsport erst einmal zum Erliegen. Doch bereits 1915 ging es auf der Rennbahn wieder weiter. 

Der aufmerksame Besucher kann anhand der Tribünen die wichtigsten Zeitabschnitte der Trabrennbahn ablesen. Die älteste ist die denkmalgeschützte „Endell-Tribüne“ im Jugendstil von 1912. Die Robinson-Tribüne erhielt den Namen nach ihrer beliebten Pächterin. Das „Teehaus“ wurde in den 1950er-Jahren gebaut. Am größten und modernsten ist das 1973 eingeweihte Tribünenhaus direkt vor dem Haupteingang. 

30.000 und mehr Besucher waren in den Jahren nach 1945 keine Seltenheit. Große Namen von Trainern und Fahrern wie Charlie Mills und „Hänschen“ Frömming sind mit dem Ort eng verknüpft. Mariendorf ist seit Jahrzehnten für den deutschen und internationalen Trabrennsport die wichtigste Adresse in Deutschland, bestätigt Ulrich Mommert, Eigentümer der Trabrennbahn und Besitzer zweier Gestüte mit Trabrennpferden. 

Spannung, Dramatik, Schnelligkeit und Taktik 

Das Pferd darf ausschließlich traben. Fällt es in den Galopp, wird es disqualifiziert. Der Reiter wird vom Pferd im Sulky, einem zweirädrigen Fuhrwerk, gezogen. Die Distanz auf der Sandbodenbahn beträgt 1.900 Meter. Gestartet werden die Rennen durch den Autostart. Ein Fahrzeug mit ausgebreiteten Gitterflügeln fährt vor dem Fahrerfeld her. Wenn die Pferde ihre Position an den Gitterflügeln eingenommen haben, beschleunigt das Fahrzeug an der Startmarke, sodass die Pferde nicht mehr folgen können. Der Start ist freigegeben.

Wetten gehören zum Trabrennsport wie der Sulky zum Pferd  

Zur Ausstattung des Fachpublikums gehört eine Rennzeitung mit wichtigen Informationen zum Pferd, Züchter, Besitzer, Trainer und Fahrer, manchmal ein Fernglas sowie bei den meisten ein Wettschein. Die Wettarten sind vielfältig: S bedeutet Siegwette auf das gewettete Pferd – es muss als Erstes ins Ziel laufen. Bei der PLACE-Wette muss das Pferd Erster oder Zweiter werden. Komplizierter sind Daily Double, die V4- oder die V5-Wette. 

Kurz vor dem Rennen sind die Wettschalter belagert. Danach werden die Plätze und Positionen wieder eingenommen und das Rennen beginnt. Über TV-Monitore und Lautsprecher wird das Rennen genau verfolgt. Kaum ist es vorbei, geht es darum, wer, wie, in welcher Zeit gewonnen hat und ob sich der Wetteinsatz gelohnt hat. 

Erfolgreicher Besitzer

Ulrich Moment, Rennbahn-Boss und Pferdezüchter ©Berliner Trabrennverein e. V.

In den vergangenen Jahren gewann Ulrich Mommert drei Mal in Folge den Titel „Champion des Jahres“. 89 Mal haben seine Pferde in der Saison gesiegt. Der amtierende Meister und Stammfahrer, Michael Nimczyk, der als einziger Fahrer einen mit echtem Blattgold belegten Sturzhelm tragen darf, steuert mit viel Erfolg die Pferde von Ulrich Mommert. Es wird wieder spannend sein, wie er in diesem Jahr im Derby abschneiden wird. 

Jedoch haben sich die Zeiten verändert. Ulrich Mommert erzählt: „Es fehlt an Nachwuchs, an jungen Fahrern und Trainern, vor allem an Pferden. Der Pferdebestand nimmt rapide ab, nicht nur in Deutschland. Das Zuchtgeschäft ist längst ein Minusgeschäft.“ 

Es ist schwieriger geworden, das Publikum zu erreichen. Außer der klassischen Werbung und Pressearbeit erhofft man sich durch die Zusammenarbeit mit dem Radiosender JAM FM sowie die Errichtung eines Golfplatzes in der Mitte der Rennbahn neue Zielgruppen. Yvonne de Andrés

Kontakt: Berliner Trabrenn-Verein e.V., Mariendorfer Damm 222, 12107 Berlin, Haupteingang: Ecke Kruckenbergstraße / Hirzer Weg, Telefon: 030 740 12 12, E-Mail: BTV@berlintrab.de

Eintrittspreise: Erwachsene: sonn- und feiertags 3 €/ ermäßigt 1,50 € und wochentags Eintritt frei, unter18 Jahre Eintritt frei. 

Eintritt an Veranstaltungstagen der Derby-Woche: 10 €, im Preis enthalten sind Wettgutscheine in Höhe von 4 €. Für den Zuschauer-VIP-Bereich auf der Kaiserlich-Endell‘schen Tribüne gelten gesonderte Preise, Reservierung von Mo-Fr. von 9-14 Uhr unter Tel.: 030 740 13 35 erforderlich, Info: www.berlintrab.de

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Gewinnspiel

Blick hinter die Kulissen

Das traditionsreiche Deutsch-Amerikanische Volksfest findet vom 27. Juli bis 19. August zum 57. Mal und zum zweiten Mal im Marienpark, Lankwitzer Straße 45‐57, 12107 Berlin-Mariendorf statt. Es bietet 24 Tage lang US-Feeling: Auf dem Festgelände werden über 100 Schausteller, US‐Cars, Cheerleader, verschiedene Fahrgeschäfte, ein historischer Rummel, eine amerikanische Kulissenstadt und die Ausstellung „(West‐)Alliierte in Berlin“ sowie verschiedene kulinarische Highlights aus den USA zu finden sein. Täglich ab 14 Uhr locken zudem ein Nonstop-Bühnenprogramm, kostenlose Konzert‐Highlights und Verlosungen. 

Es gibt zahlreiche Thementage sowie jeden Sonnabend ein Feuerwerk.

Öffnungszeiten: Mo, Di, Do: 14-22 Uhr; Mi, So: 14-23 Uhr; Fr, Sa: 14-23.30 Uhr.

Anreise: Kostenloser Bus‐Shuttle vom U‐Bhf. Alt‐Mariendorf zum Festgelände und zurück; begrenzte Anzahl Parkplätze am Festgelände. 

Der Eintritt beträgt 2,50 €, wofür es Gutscheine im Wert von 5 € gibt, die auf dem Volksparkgelände eingelöst werden können (außer mittwochs am Familientag, bei dem halbe Preise auf Karussells und Bahnen gelten). Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt.

Gewinnspiel: Mitmachen und gewinnen 

Das tempelhofer journal beteiligt sich als Medienpartner zusammen mit dem Veranstalter Thilo-Harry Wollenschlaeger an diesem Gewinnspiel: Unter allen Einsendungen werden zwei Backstage-Touren für je drei Personen verlost – Termine: 31. Juli und 14. August, Treffpunkt jeweils um 13 Uhr vor der Bühne auf dem Volksfestgelände. Gewinner erhalten zusätzlich eine Bratwurst und ein alkoholfreies Getränk. 

Beantworten Sie folgende Frage: Wie alt ist die Walzerbahn von Schausteller Thilo-Harry Wollenschlaeger?

Senden Sie die richtige Antwort bis zum 23.07. 2018, 16 Uhr an folgende E-Mail-Adresse: contest@deutschamerikanischesvolksfest.de,  mit dem Betreff: „DAV-Backstage-Touren – TEMPELHOFER JOURNAL“. Bitte Namen, Anschrift und Telefonnummer sowie E-Mail mit angeben!

Nach Auslosung der Gewinner werden diese schriftlich benachrichtigt. Marlies Königsberg

Kontakt: Veranstalter Schaustellerbetrieb Thilo-Harry Wollenschlaeger,  Tel.: 03322 428 82 45, www.wollenschlaeger-berlin.de Info: www.deutsch-amerikanischesvolksfest.de  www.facebook.com/DeutschAmerikanischesVolksfestBerlin

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500 Deckel für 1 Impfung – eine Impfung für 1 Leben

Aktion „Deckel gegen Polio“

Melosch Recyling Sammelcontainer: Kunststoffdeckel für Polio-Impfungen ©µMarlies Königsberg

Plastik hat keinen guten Ruf: Die Müllverschmutzung der Ozeane ist weltweit explosionsartig angestiegen und eine Gefahr für die Meeresbewohner. Plastiktüten und -flaschen strudeln als Müllteppich durch die Meere, verrottende Kunststoffberge türmen sich auf den Deponien. 

Der Verein „Deckel drauf e.V.“ allerdings rettet mit Plastik Leben. 

Die Aktion „Deckel gegen Polio“ startete im August 2014 und sammelt Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen und -kartons, aus den hochwertigen Polyethylen – Materialien (HDPE und PP) und verkauft sie an Rohstoffverwerter. Der Gewinn wird gespendet an das Projekt „End Polio Now“, das weltweit Impfaktionen gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis-kurz Polio) finanziert. Die Polio, eine hoch ansteckende Krankheit, ist unheilbar und die Infektion kann tödlich verlaufen – aber mit einer Impfung kann ein lebenslanger Schutz vor Polio erreicht werden. Der Virus befällt vor allem Kleinkinder, aber auch Erwachsene und verursacht dauerhafte Lähmungen und Verkrüppelungen. Ein einzelner Deckel wiegt rund 2 Gramm, 500 Deckel ergeben etwa 1 kg Material, der Erlös deckt die Kosten einer Impfung. Mit 20 Millionen gesammelten Deckeln konnten schon über 39.500 Schluckimpfungen in Afrika und Asien finanziert werden. Ziel der „End Polio Now“-Kampagne ist es, die Krankheit in den nächsten Jahren komplett zu besiegen.

Werben bei Bekannten und Freunden für die Sammlung: 500 Deckel für 1 Leben ohne Kinderlähmung; deshalb sammeln Sie (max. 4 cm Durchmesser) Kunststoffdeckel und -verschlüsse von Ein- und Mehrwegflaschen, Getränkeflaschen und Getränkekartons (z. B. Erfrischungsgetränke, Saft- und Milchkartons). 

Auf der Homepage des Vereins „Deckel drauf e.V.“ sind detaillierte Fotos von den Deckeln, die gesammelt werden und weitere Sammelstellen. Marlies Königsberg

Annahmestellen der Aktion „Deckel gegen Polio“ in Tempelhof

Lagerstelle mit Recycling – Container: 

KG Ludwig Melosch Vertriebs GmbH & Co., Gottlieb-Dunkel-Straße 47, 12099 Berlin, Bürozeiten: Mo bis Fr: 8-16.30 Uhr, Öffnungszeiten: Mo bis Freitag von 8-16.30 Uhr, Info: www.melosch.de/

Sammelstellen mit Sammelbehälter:

EDEKA Gayermann, Barnetstraße 41-42, 12305 Berlin, Öffnungszeiten: Mo bis Sa von 7-22 Uhr

Ev. Paulus-Kirchengemeinde Tempelhof Gemeindehaus, Badener Ring 23,
12101 Berlin, Öffnungszeiten: Mo von 12-15 Uhr, Di von 13-17 Uhr, Do von 11-14 Uhr, Info: www.paulus-kirchengemeinde-tempelhof.churchdesk.com/

Infos: www.deckel-gegen-polio.de , www.endpolio.org/de

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Angebot für ehrenamtliche Hospizarbeit

Vorbereitungskurs zur Sterbebegleitung

Möchten auch Sie sich im ambulanten Hospizdienst Christophorus e.V. in Tempelhof ehrenamtlich engagieren?

Kursbeginn und Verlauf

Von November 2018 bis Mai 2019 bietet der ambulante Hospizdienst einen Vorbereitungskurs für Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter an. Dieser wird einmal pro Woche für drei Stunden sowie an zwei Intensivwochenenden stattfinden.

Der Vorbereitungskurs befähigt mit schwierigen Themen und Situationen umzugehen und vermittelt umfangreiche Kenntnisse rund um die Materie Lebensende. 

Ehrenamtliche Sterbebegleiter unterstützen die Betroffenen dabei, die letzte Lebensphase zu Hause zu verbringen. Sie gestalten die Zeit der Erkrankten aktiv mit; sei es durch Gespräche, Vorlesen, Spaziergänge oder einfach durch wohltuendes Dasein. Durch regelmäßige Supervisionen und Fallbesprechungen werden sie unterstützt und begleitet. Des Weiteren werden Fortbildungen zu sehr unterschiedlichen Themenbereichen sowie kulturelle Veranstaltungen angeboten.

Psychische Stabilität und Engagement erforderlich

Vorausgesetzt werden: Die eigene Motivation, sich mit diesem zu Thema befassen, psychische Stabilität und Offenheit für Neues.

Die Kosten für den Kurs übernimmt der Verein, wenn sich der Teilnehmer dazu verpflichtet, nach Kursende mindestens zwei Jahre lang ehrenamtlich für den Hospizdienst Christophorus e.V. zu arbeiten. Die Tätigkeit als Sterbebegleiter oder Sterbebegleiterin für den Hospizdienst wird zwei bis vier Stunden in der Woche umfassen.

Die Ansprechpartnerinnen sind die Koordinatorinnen Katrin Schmökel und Andrea Langer-Fricke. Anmeldungen sind ab sofort möglich; Informationsmaterialien können angefordert werden. Karl-Heinz Kronauer

Kontakt: Hospizdienst Christophorus e.V., Manfred-von-Richthofen-Straße 11, 12101 Berlin, Telefon: 030 789 906 02, E-Mail: mail@christophorus-hospizdienst.de, Info: www.hospizdienst-christophorus.de

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Stange Design in Tempelhof

Alles aus Pappe

Mechthild Kotzurek-Stange vor dem Stanzwerkzeug für den Sechseck-Hocker ©Yvonne de Andrés

In der jetzigen Folge „Tempelhofer Manufakturen“ geht es ums Wohnen. In der Ringbahnstraße gibt es eine kleine Manufaktur, die seit 1985 handgemachte Möbel aus Pappe baut – Tische, Hocker, Stühle, Betten und Regale. 

Die Macher: Geschäftsführerin im Unternehmen ist Mechthild Kotzurek-Stange; Hans-Peter Stange ist der Kreative. Kennengelernt haben sie sich im Studium an der Hochschule der Künste. Nach einem Werkspraktikum entwickelte Hans-Peter Stange die Idee, Möbel aus Wellpappe zu kreieren. 

Der Prozess: „Mit Bleistift, Lineal und Cutter kann ein Ergebnis einfach erzielt werden. Am Anfang haben wir die Formen per Hand ausgeschnitten“, erzählt Mechthild Kotzurek-Stange. Heute übernehmen Verarbeitungsmaschinen und zwei CAD-Plotter diese Aufgabe. Mit acht festen Mitarbeitern wird unter einem Dach gestaltet, entwickelt und produziert. 

Das Produkt: Alles begann mit dem „Sechseck-Hocker“. Der Werkstoff für Möbel war damals ungewöhnlich und neu Es folgten kostengünstig produzierte Einrichtungsgegenstände mit klaren, reduzierten Formen, die sich mit wenigen Handgriffen aufbauen lassen. Aus dem leichten Material entstehen stabile Möbel, die flexibel genutzt werden können. Am gefragtesten ist das preisgekrönte, patentierte „Pappbett Dream“. Es wiegt 22 Kilo und ist je nach Steckvariante in unterschiedlichen Breiten zu beziehen und könnte mehr als 20 Personen tragen.

Die Herausforderung:„Kurz nach der Wende wollte die Wellpappenindustrie uns nicht mehr mit fertig gestanzten Formen beliefern. Das war der Beginn der eigenen Produktionswerkstätte. Parallel zur Möbelproduktion haben wir Aufträge für kleinere Produktionen übernommen, die für andere nicht wirtschaftlich waren. Deswegen hat der Schornstein auch immer ordentlich geraucht.“

Das Schönste: „Die Pappe eignet sich wunderbar, um Dinge einfach mal auszuprobieren und zu entwickeln. Wenn was schiefgeht, dann fängt man einfach von vorne an, weil das Material so günstig ist“, erläutert Mechthild Kotzurek-Stange.

Das Einmalige: Alle Pappmöbel werden in Einzelteilen geliefert und lassen sich schnell aufbauen. Durch das geringe Gewicht und die einfachen Falt- und Steckkonstruktionen lassen sich die Möbel variabel nutzen. Die verwendet Pappe ist speziell für die Anforderungen von Stange Design gefertigt. Die Nutzung muss nicht für die Ewigkeit sein. Das recycelbare Material kann wieder zu neuer Pappe werden. Yvonne de Andrés

Kontakt: Stange Design GmbH, Ringbahnstraße 16-20, 12099 Berlin, Tel.: 030 752 02 60, Info: www.stange-design.de

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Kolumne

Was ein Garten mit der neuen Mitte zu tun hat

Mit dem Projekt Lehrgarten öffnet sich die Kleingartenanlage Feldblume weiter nach außen. Sie lädt die Öffentlichkeit ein mitzumachen. Dabei es geht nicht ums Vor-sich-hin-Gärtnern, sondern um das Gemeinsame und Gemeinschaftliche über den eigenen Tellerrand hinaus. Da spielen viele Faktoren eine Rolle: Wind und Wetter, die Bodenbeschaffenheit, Tiere, Pflanzen. Nicht alle vertragen sich miteinander, wenn sie zu dicht beieinander stehen. Die eine braucht mehr Unterstützung, die andere will lieber in Ruhe gelassen werden. Was man im Lehrgarten lernt, ist auch im eigenen Beet oder auf dem Balkon von Nutzen.

Der Lehrgarten kann aber auch etwas fürs Leben außerhalb der Parzelle lehren. Beispiel neue Mitte Tempelhof: Rund um die Götzstraße soll gebaut werden. 500 Wohnungen auf relativ wenig Raum. Zwei der Kleingartenanlagen sollen abgerissen werden, andere sollen Fläche abgeben. Wie viel und wofür, weiß man nicht so genau. Bei einer Erkundungstour im Rahmen eines Architekturfestivals Mitte Juni sprechen Senat- und Bezirksvertreter von Bedarfsanalysen, die erhoben wurden. Keine Antwort gibt es auf die Frage, um wessen Bedürfnisse es geht und wo man diese Analysen einsehen kann. Das ist so, als würde ich behaupten, auf meinem Beet werden die Bohnen wunderbar wachsen, ohne zu wissen, welchen Boden und wie viel Sonne sie brauchen. Hat ein bisschen was von „wird schon passen.“ 

Damit es wirklich passt, wünsche ich mir nicht nur für den Lehrgarten, sondern auch für die neue Mitte viel mehr gemeinschaftliches Denken und Handeln. Denn beide Projekte finde ich unterstützenswert – falls man miteinander redet und miteinander arbeitet, sich austauscht und unterstützt. Bei beiden Projekten muss man eine bestimmte Reihenfolge und auch Platz einhalten, damit aus dem, was man sät, etwas Gutes wird, das man ernten kann.

Wenn wir wirklich eine neue MITTE haben wollen, sollten wir gemeinsam überlegen und planen, einander zuhören und nicht immer auf der eigenen Meinung beharren. Ideen, die schon vor Jahren entwickelt wurden, müssen nicht unbedingt schlecht sein, sondern können inspirieren. Ideen einer Planergemeinschaft und von studentischen Initiativen können wichtig und interessant sein, müssen aber nicht zwangsläufig umgesetzt werden. Transparenz und Kommunikation, aber auch stete Bürgerbeteiligung über die Voruntersuchungen hinaus sind absolut notwendig. Gerne auch in neuen Formaten, um mehr Menschen einzubinden. Dann klappt‘s auch mit den Nachbarn. Und dem Garten.

Katrin Schwahlen, Journalistin

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Editorial

Guten Tag liebe Leserin, lieber Leser …

die Zeit des Schwitzens ist gekommen, in Berlin, Tempelhof und anderswo. Herzlich willkommen bei der neuen Ausgabe des tempelhofer journals!

Was tut man gegen das Schwitzen? Stimmt! Man badet und schwimmt! Katrin Schwahlen stellt in der Titelgeschichte die Schwimmbloggerin Bianca Tchinda vor.

Weiter geht es mit einer Tempelhofer Manufaktur, die schon seit 30 Jahren hier ansässig ist. Alle ihre Produkte sind aus Pappe gefertigt: Yvonne de Andrés hat sich bei Stange-Design umgeschaut.

Sommerzeit ist Gartenzeit: Katrin Schwahlen nimmt Sie mit in den Lehrgarten der Kolonie Feldblume.

Haben Sie des Öfteren Durst, den Sie nicht unbedingt in der Gastronomie stillen wollen? Wo Sie kostenlos Wasser nachfüllen können, erzählen Marlies Königsberg und Christoph Schröder.

Lesen Sie unsere Informationen zur Ausbildung zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter. Ein neuer Kurs beginnt in Kürze.

Waren Sie schon mal in der Trabrennbahn Mariendorf? Nichts wie hin! Wir berichten über Geschichte, Menschen und das deutsche Traber-Derby.

Beachten Sie unser neues, diesmal nicht so schwieriges Straßenrätsel.

Wie immer gibt es viele beachtenswerte Veranstaltungen und Initiativen: Das Deutsch Amerikanische Volksfest in Mariendorf mit einem Gewinnspiel, das einen „Blick hinter die Kulissen“ verspricht, das Kunstfenster in Lichtenrade und vieles mehr. In unserem Kalenderblatt und im Web finden Sie unsere Veranstaltungshinweise. 

Einen wunderbaren Sommer wünscht im Namen der Redaktion

 

 

Karl-Heinz-Kronauer 

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Manufakturen im Kiez

Von Seife bis Fruchtaufstrich

Was haben Wetter, Fruchtaufstriche, Dörrobst und Seifen gemeinsam? Sie sind handgemacht, werden in Tempelhof hergestellt, sind ziemlich einzigartig und bundesweit bekannt. Text: Katrin Schwahlen, Fotos: Dieter Düvelmeyer

Hauptstadtseife aus Lichtenrade
Seifen sieden ist wie Pudding kochen

Regine Klimes ist die Meisterin des Seifensiedens

Die Macherin: Seit 2012 stellt Regine Klimes Hand- und Körperseifen her. Jedes Stück ist ein Unikat, hand- und hausgemacht. Denn dort, wo früher der Keller der Familie Klimes war, befindet sich heute die Seifenwerkstatt. Hier wird mit unterschiedenen Zutaten experimentiert, hier entstehen neue Rezepte, hier wird gekocht und gepackt.

Der Prozess: Öle und Fette wie Kakao-, Kokos-, Mandelöl und Sheabutter stammen vorwiegend aus biologischem Anbau. Tonerden, Pflanzenpulver und Kosmetikpigmente bringen Farbe in die Seife; für den guten Duft sorgen ätherische oder kosmetische Parfümöle. Je nach Rezeptur fügt Regine Klimes Kräuter oder Peelingzusätze hinzu. Seifen sieden sei fast wie Pudding kochen, meint die Autodidaktin. „Du rührst die Bestandteile zusammen und kochst sie auf.“ Anschließend wird die noch nicht feste Masse in eine Holzform gegossen. Mit Schaschlikpikser werden Muster gezogen. Bis zu sieben Tage ruht der Seifenblock, dann zerschneidet sie ihn in viele kleine Seifen. Jedes Stück wird gestempelt und danach für drei bis sechs Monate dunkel gelagert. Während dieses Verseifungsprozesses verliert die Seife Wasser, sie wird fester, milder und leichter.

Das Produkt: Alle Hauptstadtseifen haben ihre natürlichen Fette erhalten und sorgen dadurch für ein besonders schönes Hautgefühl – in 14 verschiedenen Duftnoten von Amber bis Zitrus, von Lemon-Verbena bis Kokos-Shake, von Sandelholz bis Kaffee. Wie viele Manufakturen vertreibt Regine Klimes ihre Produkte online und bei ausgewählten Veranstaltungen.

Die Herausforderung: „Ich musste mich orientieren, wo ich meine Seifen anbieten will. Anfangs habe ich regelmäßig Wochenmärkte besucht, was totaler Quatsch war. Man braucht ja nicht jede Woche ein Stück Seife.“ 

Das Schönste: „Als ich 2017 den Zuschlag bekomme habe, die Seifen für den Kirchentag Berlin-Brandenburg zu machen, habe ich mich sehr gefreut.“ Inzwischen ist ihr Label weit über Berlins Grenzen bekannt, sie bekommt Anfragen und Aufträge aus ganz Deutschland. 

Das Einmalige: Am Gartenzaun in Lichtenrade hängt ein ehemaliger Kondomautomat, den Regine Klimes zum Seifenautomat umfunktioniert hat. Für zwei Euro kann man dort zwischen fünf Naturseifensorten wählen. Rund um die Uhr. 

Kontakt: Eisnerstraße 19, 12305 Berlin, Tel.: 030/7676 6203, Info:  www.hauptstadtseife.de

Dörrwerk in Mariendorf
Von wegen trocken: Esspapier mit Fruchtgeschmack

Nach dem Trocknen wird das Fruchtpapier in mundgerechte Stücke zerkleinert

Die Macher: Am Anfang steht Verschwendung: Obst, das weggeworfen wird, weil es nicht makellos aussieht. Dann kommt die Idee: wirtschaftlich und nachhaltig Lebensmittel zu etwas Leckerem zu verarbeiten. Dafür püriert Zubin Farahani 2014 die geretteten Äpfel und Beeren in der heimischen Küche und trocknet sie im Backofen. Länger als geplant,  doch was herauskommt, ist ein fruchtiger Snack, der auf der Zunge zergeht – die Geburtsstunde des Fruchtpapiers. 30 Tage lang produziert der angehende Arzt fast ohne Pause, füllt 300 Tüten mit den Leckereien und verkauft sie innerhalb von zwei Tagen. Tatkräftige Unterstützung bekommt er von seinen Freunden Jonas Bieber und Philipp Prechtner, beide Betriebswirte — das Dörrwerk entsteht und zieht 2016 von Kreuzberg nach Mariendorf.

Der Prozess: Um 40 Gramm Fruchtpapier zu bekommen, müssen 800 bis 1000 Gramm frische Früchte aus der Region verarbeitet werden. Am Anfang standen die Macher selbst an der Püriermaschine; heute wird das Mus von Partnerbetrieben aus ganz Europa geliefert und im Dörrwerk weiter verarbeitet: in einer Woche bis zu einer Tonne Apfelpüree und rund 800 Kilogramm Zweitfrüchte – ganz ohne künstliche Aromen und Zusatzstoffe. In großen Dörröfen trocknet es im klassischen Umluftverfahren 17 bis 18 Stunden. 

Das Produkt: Sind die Fruchtpapierplatten abgekühlt, werden sie wie ein Stück Papier gefaltet und per Hand gebrochen. Dann knistert und knackt es, wenn die Bruchstücke auf den Produktionstisch fallen. Kein Stück gleicht dem anderen – unglaublich lecker schmecken sie alle, ob Mango-Apfel, Ananas-Apfel, Erdbeere-Apfel oder Brombeere-Apfel. Kaufen kann man den süßen Snack bundesweit u.a. bei Rewe, Edeka, Famila und Migros. 

Die Herausforderung: Die größte Hürde war der „International Food Standard“-Zertifizierung zu genügen. Denn sonst wird kein Produkt von den großen Händlern ins Angebot aufgenommen.

Das Schönste: „Das Gefühl, wenn man die eigenen Produkte im Laden sieht, wenn ein Kunde die Tüte mit dem Fruchtpapier in die Hand nimmt und im Idealfall damit zur Kasse geht. Dann merkt man, es hat sich gelohnt.“

Das Einmalige: Dörrwerk spendet einen Teil seiner Erträge für Lebensmittel rettende Projekte.

Kontakt: DÖRRWERK GmbH, Im Marienpark 22, 12107 Berlin, Tel.: 030/3642 853 60, Info: www.doerrwerk.de/

Marmelicious in der Sarotti-Fabrik
Einfach die leckerste Marmelade

Geschäftsführer Timo Brüggemann erklärt, warum Marmelade kochen in kleinen Töpfen besser ist

Die Macher: Als Timo Brüggemann und Percival Correia de Barros Junior vor ein paar Jahren bei Münchener Freunden hausgemachte Heidelbeermarmelade vom Viktualienmarkt probierten, machte es Klick. „Es schmeckte lecker, sah aber scheußlich aus. Da überlegten wir, es besser zu machen“. Drei Monate brauchten der Pfälzer und der Brasilianer, um ihre Idee umzusetzen. „Im August 2014 haben wir die Firma gegründet und im Weihnachtsgeschäft zum ersten Mal verkauft.“ 

Der Prozess: „Wir unterscheiden uns gar nicht so sehr von Großmutters Marmeladenherstellung. Wir kochen die Gläser heiß aus, lassen die Früchte ziehen und kochen sie unter ständigem Rühren lange auf.“ Viele Früchte für die Marmeladen kommen aus der näheren oder weiteren Umgebung. 

Das Produkt: Die Marmeladen werden in kleinen Mengen gekocht, was bei 150 verschiedenen Sorten eine Menge Fruchtaufstrich bedeutet: Von Ananas-Kokos über Erdbeere-Grapefruit-Grüner Pfeffer bis zu Mandarine-Rosmarin, Quitte-Safran oder weihnachtlicher Pflaume-Marzipan-Marmelade. Aufstriche mit und ohne Alkohol oder einfach nur aus einer Frucht. Alle Sorten werden frisch hergestellt und sind frei von künstlichen Aroma- und Farbstoffen. Dabei handelt es sich nach der europäischen Konfitürenverordnung bei den Marmelicious-Produkten streng genommen nicht um Marmeladen, sondern um Fruchtaufstriche, was bedeutet: mehr Obst und weniger Zucker. Der Obstanteil liegt zwischen 66 und 75 Prozent: der Zuckeranteil bei maximal 30 Prozent, ungefähr bei der Hälfte von herkömmlicher Marmelade.

Die Herausforderung: Brüggemann kommt aus dem E-Commerce. „Bei Marmelicious stellten sich anfangs Fragen wie: „Haben wir genug Glas, ist die Lieferkette gesichert? Wie lange muss man vorausplanen, wann muss man eine zwei-Lieferanten-Strategie fahren? Das haben wir schmerzvoll gelernt in den ersten 18 Monaten. Da war viel Versuch und Irrtum.“ Heute sind eher die steigenden Einkaufspreise ein heißes Thema.

Das Schönste: „Wenn Sie digital arbeiten, wissen Sie ja manchmal nicht, ob es wirklich sinnvoll war. Beim Marmeladekochen wissen Sie am Ende des Tages, was Sie getan haben. So wie gestern, da haben zwei Mitarbeiter zusammen 2.700 Gläser gemacht.“ 

Das Einmalige: Die Idee für den ungewöhnlichsten Aufstrich stammt vom Küchenchef eines großen Berliner Hotels. Für seine ausländischen Gäste suchte er eine regionale Besonderheit; Marmelicious kombinierte die Spreewaldgurke mit Vanille. Jetzt sind vor allem Amerikaner verrückt nach dieser Kreation und kaufen die Gläser kartonweise. 

Kontakt: Marmelicious GmbH, Teilestraße 11-16, Tor 3, 12099 Berlin, Tel.: 030/220136840, Info: https://www.marmelicious.de/

Die Wettermanufaktur
Alle reden vom Wetter. Vor allem wir. 

Sie machen das Wetter für Tempelhof: Chefmeteorologe Jörg Riemann, Ulf Küßner (Leiter der Innovation) und Simone Dietrich (Leiterin Vertrieb)

Die Macher: Chefmeteorologe Jörg Riemann beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit Schnee und Hagel, Hochs und Tiefs, Wind und Wolken. Simone Dietrich ist zuständig für den Vertrieb. Gemeinsam mit zwölf Kolleginnen und Kollegen erstellen sie seit gut einem Jahr Wetterprognosen für Geschäftskunden. 

Der Prozess: „Wir haben ein Modell entwickelt, mit dem wir punktgenau Bodentemperaturen und die wetterabhängige Straßenbeschaffenheit berechnen können“, erklärt Simone Dietrich. Anhand unserer errechneten Tragflächentemperaturen wissen Fluggesellschaften, ob und wann sie die Flugzeuge enteisen müssen. So können unsere Kunden ihre Arbeitsabläufe dem Wetter anpassen, ihre Fahrzeugflotten anders einteilen, Personalkosten und Einsatzmittel sparen.“ Braucht der Kunde eine Prognose für seinen Standort, z.B. eine Brücke oder einen Radweg, werden die Geodaten in das Modell eingegeben und in kurzer Zeit eine Prognose errechnet. 

Das Produkt: Die Wettermanufaktur gibt meteorologisches Wissen maßgeschneidert und verständlich an den Kunden weiter. Nicht automatisiert in allgemeinen Tabellen oder Grafiken, sondern durch persönliche Gespräche und Beschreibungen. Simone Dietrich erläutert die Idee am Beispiel Straßenreinigung und Winterdienst: „Angenommen, der statistische Mittelwert liegt bei 0 Grad. Dann kann das an der einen Stelle minus 0,5 Grad bedeuten, also Kälte; an einer anderen Stelle plus 0,5 Grad, keine Streupflicht, weil keine Kälte. Ein Meteorologe kann aber mit seiner Erfahrung auch einschätzen, woher die Kälte kommt und wann sie eine bestimmte Region erreicht. Wir denken nicht nur ans Wetter, sondern auch daran, wie es sich beim Kunden auswirken kann. Das ist es, was der Kunde für seine Arbeit braucht. Deswegen stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt unserer Arbeit.“

Die Herausforderung: Das Wetter an sich. Auch mit viel Erfahrung sei es immer noch schwierig abzuschätzen, welches Potenzial in einem Gewitter steckt und ob es wirklich dort stattfindet, wo es vorhergesagt wurde.

Das Schönste: Die Mischung aus automatisierten Werten und persönlicher Betreuung funktioniert tatsächlich. Die Vorhersagen kommen beim Kunden gut an. 

Das Einmalige: Ein Jahr bestanden. Mehr als 41.700 Berichte geschrieben. 12.000 individuelle Glättewarnungen rausgeschickt. Und dank der tollen Lage im fünften Stock neben der Malzfabrik das Wetter im Blick.

Kontakt: Wettermanufaktur GMBH, Bessemerstraße 16, 12103 Berlin, Tel.: 030/95 999 1010, Info: http://wettermanufaktur.de/de/ 

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