Klezmer-Musik und Gedenken am Schulenburgring

Hausgemeinschaft feiert 70 Jahre Frieden

Berührend: Die Gedenkveranstaltung am Haus Schulenburgring 2.©Marlies Königsberg

Berührend: Die Gedenkveranstaltung am Haus Schulenburgring 2.©Marlies Königsberg

Der regierende Bürgermeister Michael Müller legte zum Jahrestag der Befreiung zusammen mit dem russische Botschafter Wladimir Grinin und der Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg Angelika Schöttler Blumenkränze am Schulenburgring 2 nieder.
Schon seit vielen Jahren gedenken die Bewohner unter der Organisation von Joachim Dillinger und seiner Frau des historischen Tages, an dem die bedingungslose Kapitulation Berlins unterzeichnet wurde. Eine Gedenktafel an der Hausfassade erinnert daran.
Ein nachmittägliches Straßenkonzert mit Klezmer-Musik des Ensembles „Klezmorim Sennomaj“ begeisterte die Zuhörer.
Margot Friedländer, Jüdin, Berlinerin und Zeitzeugin, eine Überlebende des Holocaust, kehrte nach über 60 Jahren aus den USA zurück und erzählte ihre Geschichte.
Im Wohnzimmer von Jürgen Müller erlebten BesucherInnen aus dem Kiez eine bewegende Lesung.
„Versuche, dein Leben zu machen!“ waren die letzten Worte der Mutter von Margot Friedländer. Die damals 21jährige, war 1943 in Berlin fast eineinhalb Jahre auf der Flucht vor der Gestapo. Sie entkam der Verhaftung lange Zeit mithilfe vieler Verstecke und Helfer, überlebte und kam zurück in ihre Heimatstadt Berlin. Sie schrieb ihre Geschichte auf. Besonders der jungen Generation möchte sie begreiflich machen: „So etwas Schreckliches darf nie wieder geschehen“. In der Skalitzer Straße erinnern heute Stolpersteine an das Schicksal ihrer Familie.
Sie erhielt viele Auszeichnungen und Ehrungen. Geblieben ist der heute 93jährigen als Erinnerung an die schlimme Zeit ein kleines Adressbuch und eine Bernsteinkette, die sie noch heute trägt.
Viele Zuhörer waren berührt und ergriffen von der Geschichte. mk

Info: www.schulenburgring2.de    

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