Bildband über die Geschichte der Berliner Hinterhöfe

Einblick: Der Hinterhof des Grundstücks Friedrich-Wilhelm-Straße 88©Wolfgang Feyerabend/L & H Verlag

Einblick: Der Hinterhof des Grundstücks Friedrich-Wilhelm-Straße 88©Wolfgang Feyerabend/L & H Verlag

Finstere Löcher und stille Oasen

Berlin, Stadt der Hinterhöfe. Der Fotograf Wolfgang Feyerabend hat sich mit ihnen beschäftigt. Quer durch die Stadt, durch die Bezirke, eine Reise die auf 160 Seiten widerspiegelt, dass es außer dunklen Hinterhöfen auch besondere Winkel und stille Oasen gab und gibt.
Berlin hatte 450.000 Einwohner, als sein Polizeipräsident im Jahr 1853 Flächen für den Bau dichtbewohnter großer Mietskasernen mit je zwei bis sechs schlecht beleuchteten Hinterhöfen amtlich herrichtete und vier Millionen künftiger Berliner zum Wohnen in Behausungen verdammte, wie sie sich weder der dümmste Teufel noch der fleißigte Berliner Geheimrat oder Bodenspekulant übler auszudenken vermochte, wie der Stadtplaner Werner Hegemann 1930 in seinem Klassiker „Das steinere Berlin – Geschichten der größten Mietskasernenstadt der Welt“ wetterte.
Auch in Tempelhof findet man das eine oder andere Kleinod. Zum Beispiel in der Friedrich-Wilhelm-Straße 88, die seit 1885 so heißt. Seit 1907 steht hier ein fünfgeschossige Wohnhaus mit einem zweigeschossigen Stall- und Molkereigebäude im hinteren Teil des Grundstücks. Hinterhofmolkereien gab es viele in der Stadt, nicht nur in den Randgebieten. Sie trugen bis in die 1950er Jahre dazu bei, dass die Versorgung mit frischen Milchprodukten gewährleistet war. Gehen Sie, lieber Leser, auf Erkundungstour der Berliner Hinterhöfe. Das Buch wird Ihnen ein hilfreicher Wegbegleiter sein. Sie werden aber nicht überall einen Blick erlangen, da viele Hinterhöfe privat und daher verschlossen sind. So erhalten Sie einen Einblick in die Geschichte, das Leben und die Vielfältigkeit der Berliner Stadtlandschaft mit all ihren Facetten. Ralf Jacob

untitledBerliner Hinterhöfe, Wolfgang Feyerabend,
160 Seiten, L & H Verlag, Berlin, 19,80 €.

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