Stefan Schridde kämpft für bessere Produkte

Gegen Murks als Verkaufsprogramm

Household Appliances

Alles Murks oder was? Wird die Haltbarkeit von Haushaltsgeräten von den Herstellern manipuliert? ©opka – Fotolia

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Dem Murks auf der Spur: Stefan Schridde: Der Gründer der Initiative MURKS? NEIN DANKE! ©Stefan Schridde

Wer hat es nicht schon einmal erlebt? Schuhe, deren Sohlen sich nach kurzer Zeit auflösen, Drucker, die nicht mehr drucken, elektrische Zahnbürsten, deren Akkus nicht auswechselbar sind. Mixer die sich selbst zerstören, Waschmaschinen, deren Haltbarkeit bzw. deren Nutzungsdauer sich im Vergleich zu früher wegen der Verwendung ungeeigneter Materialien halbiert hat.
Und, und, und. Produkte, bei denen absichtlich Schwachstellen eingebaut wurden um die Haltbarkeit zu reduzieren? Produziert für die Tonne? Doch nicht bei uns! Oder doch?
Das wäre ja Betrug.
Hier kommt Stefan Schridde ins Spiel – einer, der sich das alles nicht mehr gefallen lassen will. Der diplomierte Betriebswirt, ein agiler Mittfünfziger, spricht von einer geplanten „Obsoleszenz“. Das Fremdwort meint eine absichtliche Verkürzung der Lebensdauer vieler Produkte, seien es Kleidung, Haushaltsgeräte oder Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Den Herstellern gehe es darum die Einsatzbereitschaft bzw.  Gebrauchsfähigkeit des Produktes bewusst zu begrenzen.  Dies ist nach Schriddes Auffassung bei vielen Firmen Teil der Produktstrategie. Warum sonst, würden – um nur ein Beispiel zu nennen – in Fernsehgeräten und Monitoren renommierter Markenhersteller hitzeempfindliche Elektrolytkondensatoren (Elkos) neben Wärme abgebenden Teilen platziert? Oder in Smartphones und Tablets Batterien fest verbaut, so dass sie sich nicht einfach austauschen lassen?
Die Antwort liegt laut Schridde auf der Hand: Man möchte die Haltbarkeit und Nutzungsdauer der Produkte beeinträchtigen – um alsbald neue zu verkaufen. Mit dem umgangssprachlichen Wörtchen „Murks“ bringt Schridde für solcherlei Dinge einen eingängigen Sammelbegriff ins Spiel.
Dabei ist Murks kein Einzelfall, sondern eher schon ein weit verbreitetes Verkaufsprogramm. Murks ist nach Stefan Schridde, wenn…

die Waschmaschine Flecken macht
der Geschirrspüler zählt und nicht spült
der Handmixer Zahnräder fräst, statt Kuchen zu rühren
der Standmixer Smoothies mit Öl und Rost vermischt
der Drucker k.o. geht
der Computerbildschirm vom Elko ausgeschaltet wird
das Notebook keine Luft bekommt
der Fernseher schwarz sieht
der DVD-Rekorder sich gegen die Reparatur wehrt
die Kompaktkamera sich weigert, Bilder zu machen
das Handy nicht mehr klingelt

Was tun also? Das Problem ist in der Politik durchaus bekannt. Vor einigen Jahren wurde in der Bundesrepublik ein Ressourcenschutzprogramm aufgelegt, welches den Einsatz nachhaltiger Ressourcen verlangt und den Verbraucher auffordert, sein Kaufverhalten danach auszurichten. Aber, wie man weiß, ist Papier geduldig und wenn man die theoretischen Empfehlungen des Ressourcenschutzberichtes mit der praktischen Umsetzung vergleicht, ist da kaum mehr als eine große Leere.
Stefan Schridde hingegen hat gegen all das eine Initiative gegründet. „MURKS? NEIN DANKE! e.V. trägt wesentlich zur Debatte über die Folgen geplanter Obsoleszenz in Europa bei. Der Verein arbeitet mit Ministerien, Behörden, Universitäten, Instituten, Forschungseinrichtungen, Gewerkschaften und weiteren Netzwerken zusammen. In Groß-Betrieben sowie kleinen und mittleren Unternehmen, in Rathäusern und vielen anderen Orten spricht Stefan Schridde über sein jeden betreffendes Thema.
Seine Vision ist, aus MURKS? NEIN DANKE! eine Bewegung zu machen und Käufer, Handel und Hersteller davon zu überzeugen, keinen Murks mehr zu kaufen, zu verkaufen und herzustellen. Dazu möchte er auch mit Händler-, Straßen- und Unternehmensinitiativen sowie „murksfreien“ Werkstätten zusammenarbeiten. Es ist noch ein weiter Weg bis dahin, aber ein vielversprechender Anfang ist gemacht.
In seinem Buch „MURKS? NEIN DANKE!“, erschienen im oekom Verlag, München, fasst Schridde das Wichtigste zusammen. Hier werden viele Ratschläge zum Erwerb „murksfreier“ Produkte gegeben. Es wird klargemacht, wie Murks im Service zu erkennen ist, welche Garantiebestimmungen und Gewährleistungsrechte beim Kauf berücksichtigt werden sollten und wie reklamiert wird. Ansprechpartner für den Fall der Fälle werden genannt, Organisationen und Zeitschriften vorgestellt sowie Adressen von Selbsthilfevereinen und Reparaturstellen bekannt gegeben.

Titel_Schridde_Obsoleszenz_fb_Presse„MURKS? NEIN DANKE!“ ist zum Preis von 19,95 €, in jeder Buchhandlung erhältlich.
ISBN 978-3-86581-671-9.

Auf dem Blog MURKS? NEIN DANKE! können die neusten Murks-Geschichten nachgeschlagen werden. Murks gekauft? Schlechte Erfahrung gemacht?
Dann nichts wie melden! Das MURKS.BAROMETER 2.0 ist für alle da! Übrigens: Hier kann man Mitglied werden. Unterstützer, Mitstreiter und Aktivisten werden immer gesucht.
Am 5. Juni findet das jährliche Umweltfestival von 11 bis 19 Uhr am Brandenburger Tor statt. MURKS? NEIN DANKE! ist mit dem Aktionsstand Berlin Repair dabei. Jeder  Besucher kann eigene liebgewordene Dinge mitbringen, um diese gemeinschaftlich am Aktionsstand zu reparieren. Info: http://murks.center/umweltfestival/
Karl-Heinz Kronauer

Kontakt: Stefan Schridde, Email: stefan.schridde@murks-nein-danke.de,
Info: www.murks-nein-danke.de, Fans auf Facebook : Murks – Nein danke! Für nachhaltige Produktqualität

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Ein Kommentar zu Stefan Schridde kämpft für bessere Produkte

  1. Herzlichen Dank für den tollen Artikel über unser Engagment für nachhaltige Produktqualität. Wir freuen uns auf viele Besucher zum Umweltfestival. Bitte senden Sie mir noch Exemplare Ihrer Printausgabe, die wir gerne an unserem Stand auslegen.

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