Bildband über die Kathedralen der Arbeit

Industriekultur in Berlin

Blick über den Teltowkanal auf die Schokoladenfabrik Sarotti - Foto: Matthias Barth

Blick über den Teltowkanal auf die Schokoladenfabrik Sarotti – Foto: Matthias Barth

Einen gut recherchierten Bildband über die Industriegeschichte und Architektur in Berlin hat der Autor Matthias Barth vorgelegt. Bis zum zweiten Weltkrieg galt die Stadt als eines der weltweit größten Industriezentren. Potente Firmen wie AEG, Borsig, Agfa und Siemens wurden hier gegründet und viele mittlerweile denkmalgeschützte Bauten blieben erhalten. Auch Tempelhof ist in diesem Band mit acht Bauwerken vertreten: Die Apparatefabrik C. Lorenz AG im Lorenzweg, die Chemische Fabrik Tempelhof in der Oberlandstraße, die Metallwarenfabrik Lerm&Ludewig in der Ringbahnstraße, das Sarotti-Werk in der Teilestraße, die Schultheiss-Mälzerei in der Bessemer Str., die Firma Schwarzkopf in der Alboinstraße, der Tempelhofer Hafen und das Ullsteinhaus am Mariendorfer Damm. Das Buch erhebt keinen Anspruch auf  Vollständigkeit und wendet sich in erster Linie an interessierte Laien. Zahlreiche gute Fotos eröffnen einen eindrucksvollen Blick auf die Industrialisierung der Stadt und schulen Augen und Sinne. Das Buch lädt ein zu einem bewusstseinserweiternder Spaziergang, nicht nur zu den Tempelhofer Industriedenkmälern. Es ist ein exzellenter „anderer“ Reiseführer und die Leser werden Dinge sehen, an denen sie möglicherweise achtlos vorbeigegangen wären. Und wer jetzt so richtig Feuer gefangen hat, kann auch außerhalb unseres Bezirks auf Entdeckungsreise gehen. Berlin ist groß! Karl-Heinz Kronauer

51cXL0MKGbL._SX420_BO1,204,203,200_Kathedralen der Arbeit, Industriekultur in Berlin, Matthias Barth, 224 Seiten, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, 29,95 €

 

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