Hahn Bestattungen – Familienunternehmen seit 165 Jahren

1936. Das Stammhaus am Tempelhofer Damm 157, heute Filiale Alt-Tempelhof – Foto: Hahn Bestattungen

2016: Die heutige Firmenzentrale an der Reißeckstraße in Alt-Mariendorf – Foto: Hahn Bestattungen

Erfahrung, Wissen und Beratung im Trauerfall

Als Friedrich Hahn 1851 seine Tischlerei in Tempelhof eröffnete, baute er nicht nur Möbel, Türen und Fenster: Auf Bestellung wurden auch Särge hergestellt. Heute heißt das Unternehmen Hahn Bestattungen und wird in fünfter bzw. sechster Generation von Editha Hahn-Fink und Robert Hahn geleitet. Mit 165 Jahren ist es das älteste Bestattungsunternehmen Berlins in Familienhand. Der Stammsitz liegt in Alt-Mariendorf, drei Filialen gibt es in Tempelhof, sechs weitere in den anderen Bezirken.

Ursprünglich wollte Editha Hahn-Fink Lehrerin werden, stieg aber schon Anfang der 80er-Jahre ins Familienunternehmen ein und führt es seit 1998. Robert ist gelernter Kaufmann und Jurist – und seit 2012 Berlins erster von der Handwerkskammer geprüfter Bestattermeister. Gemeinsam mit seiner Mutter leitet er als gleichberechtigter Geschäftsführer die Geschicke der Firma. Zusammen sind sie ein gut eingespieltes und erfolgreiches Team.

Robert Hahn mit seiner Mutter Editha Hahn-Fink – Foto: Hahn Bestattungen

Das tempelhofer journal hat sich mit Robert Hahn, dem Urururenkel des Gründers, unterhalten.

tj: Was zeichnet einen guten Bestatter aus?

RH: Ein guter Bestatter muss flexibel sein und auch auf ausgefallene Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden eingehen können. 

Es ist wichtig, dass Mann oder Frau über sich lachen kann, dass er oder sie in der Lage ist, neben den traurigen Momenten auch die guten und schönen Seiten des Daseins zu erkennen und es vermag, mit anderen Menschen liebevoll und herzlich umzugehen. Die Sensibilität kommt dann von selbst. Der Abschied von einem Verstorbenen soll individuell sein. Wir beraten, erledigen alle Formalitäten machen Hausbesuche, bieten Hilfe in schwierigen Situationen und sind für Offenheit im Umgang mit dem Leben und dem Tod. Nehmen wir zum Beispiel meine Mutter. Für ihren Beruf ist sie rund um die Uhr auf den Beinen. Sie hat ein ausgezeichnetes Organisationstalent, ist kreativ und weitsichtig. Sie stellt sich in ihrer offenen Art täglich neuen Herausforderungen. Sie kümmert sich um das Wohl unserer langjährigen Mitarbeiter und sorgt für ein gutes Betriebsklima.

Wie kommt es, dass die Firma schon so lange besteht?

Trotz Männerdomäne hielt Frauenpower das Unternehmen zusammen. Ohne meine Urgroßmutter Gertrud Hahn, die den Betrieb in und nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges weitergeführt und wieder auf die Beine gestellt hat, würde es uns wahrscheinlich nicht mehr geben. Zudem hat meine Mutter früh erkannt, dass ein Wechsel vom Handwerk zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen wichtig ist und schon frühzeitig die richtigen Weichen gestellt. Uns ist wichtig, die Familientradition und den Firmenzusammenhalt zu bewahren. Dafür verlassen wir uns auf den Rückhalt unserer 40 Mitarbeiter, die zum Teil seit 35 Jahren bei uns beschäftigt sind.

Wie gehen Sie mit Emotionen um, gibt es schon mal Tränen?

Tränen und Trauer erleben wir täglich. Im Laufe der Zeit entwickelt man ein besonderes Feingefühl. Wir dürfen die Gefühle nicht allzu dicht an uns heranlassen. Dazu entwickeln wir einen natürlichen Schutzschild. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, die einem die Tränen in die Augen steigen lassen. Ein Bestatter ist auch nur ein Mensch; es berührt, wenn ein lieber Mensch, ein naher Angehöriger oder ein Bekannter stirbt. Als mein, bei seinen Mitarbeitern überaus beliebter, Großvater Hans-Joachim Hahn, 2003 verstarb, haben gestandene Männer und viele langjährige Kolleginnen und Kollegen, die bei ihm beschäftigt waren, Tränen vergossen. Beruflich ist es besonders schwer, wenn wir Eltern begleiten, die am Grabe ihrer Kinder stehen müssen. Ein Ausgleich ist die Familie und ein großer Bekannten- und Freundeskreis, mit dem über alles geredet und Gedanken ausgetauscht werden können. 

Welche Bestattungsarten sind momentan gefragt? Zeichnet sich ein aktueller Trend ab?

Trauerfeiern werden zunehmend individueller gestaltet. Vor allem die Feuerbestattung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Vor ein paar Jahren gab es viele anonyme Bestattungen, doch hier findet gerade ein Wandel statt. Zum Trend werden Grabanlagen mit Grabpflege durch den Friedhof, jedoch mit individuellen Platten mit Namen und Daten aller dort Beigesetzten. Die Seebestattung gehört zu den beliebtesten Alternativen zu einer klassischen Beerdigung. Vielen Menschen gefällt auch der Gedanke, ihre letzte Ruhe in der Natur zu finden. Eine Baumbestattung wird zunehmend beliebter.

Was kostet eine Beerdigung, was sollte man beachten?

Die Kosten hängen von vielen Faktoren ab. Grundsätzlich bestehen sie aus amtlichen Gebühren für den Friedhof, das Krematorium und die Ausfertigung von Urkunden sowie den Kosten für die Leistungen des Bestatters. Eine allgemein gültige Beantwortung dieser Frage ist nicht möglich. Wir haben auf unserer Website einige Beispiele zusammengestellt, um einen ersten Überblick über eventuell anfallende Kosten zu geben und natürlich kann man in jeder unserer Filialen eine detaillierte, auf die eigenen Wünsche abgestimmte Kostenaufstellung bekommen. Dort kann man sich auch über Vorsorgemöglichkeiten für die eigene Bestattung informieren, z.B. durch eine Sterbeversicherung oder ein Vorsorgekonto. Unser Service bezieht sich ja nicht nur auf den Trauerfall, wir informieren auch zu Vorsorge-, Patienten- und Betreuungsverfügungen. Wie die Trauerfeier gestaltet wird und wo die Beisetzung erfolgen soll; was man selbst einmal möchte und was nicht – das sollte man rechtzeitig mit seiner Familie klären. Mein Tipp: Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihren Angehörigen, Freunden oder Bekannten über Ihre Wünsche und schreiben Sie sie am besten auf, damit es später nicht zu Missverständnissen kommt.

Handarbeit: Tischler bei der Herstellung von Holzsärgen – Foto. Hahn Bestattungen

Bestattungsteam: Editha Hahn-Fink und Robert Hahn /1. Reihe Mitte) mit ihren 40 Mitarbeitern – Foto: Hahn Bestattungen

Editha Hahn-Fink engagiert sich u.a. im Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU). Robert Hahn ist in der Unternehmerinitiative Tempelhofer Damm e.V. und im Unternehmernetzwerk Lichtenrade aktiv. Beide engagieren sich in mehreren Vereinen, Stiftungen und in der Kirchengemeinde. Als Kunst- und Architektur-Liebhaber unterstützen sie die Berlinische Galerie, Ausstellungen der Liebermann-Villa und Kirchenmusik in den Kiezen. Sie sind aktive und kritische Mitglieder der Bestatter-Innung und halten Vorträge in verschiedenen Einrichtungen. Marlies Königsberg

Kontakt: HAHN Bestattungen GmbH & Co. KG, Reißeckstraße 8, 12107 Berlin, Tel.: Tag und Nacht: 030/7511 011, Fax: 030/7520 808, E-Mail: info@hahn-bestattungen.de, Info: www.hahn-bestattungen.de.

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