Kolumne

Mehr als eine Bücherstube: Der MedienPoint

Den MedienPoint in der Tempelhofer Werderstraße kennt fast jeder. Immer wieder wird über ihn berichtet, zuletzt in dem ARD-Magazin „Brisant“ anlässlich des 75sten Geburtstages von Reinhard Mey. Der MedienPoint ist mehr als eine Bücherstube, in der man Gelesenes abgeben und noch Ungelesenes kostenlos mit nach Hause nehmen kann. Nahtlos reihen sich die Ausstellungen in dem kleinen Laden aneinander und dann und wann finden auch Veranstaltungen statt. Zentraler Blickpunkt ist das Schaufenster, das immer wieder mit großem Aufwand neu dekoriert wird – ein echter Hingucker.

Eine weitere Besonderheit des Tempelhofer MedienPoints war seit 2012 der monatlich herausgegebene „Werdi Newsletter“. Die 500 Exemplare gingen im Laufe eines Monats weg wie warme Semmeln und oft musste nachgedruckt werden. Im Dezember erschien die letzte Ausgabe, die Nummer 71. Druckerzeugnisse gibt es genug; es sind aber gerade die kleinen feinen Kiez-Zeitungen, die das Leben bunt und interessant machen. Nur in diesen Blättern erfährt man etwas aus seinem Wohnumfeld. In die großen Zeitungen gelangt man höchstens, wenn das Haus abgebrannt ist. Herz und Seele des MedienPoints ist seit fast zehn Jahren Henning Hamann, einst erfolgreicher Rundfunkmoderator. Als Ehrenamtlicher managt er nicht nur den MedienPoint mit rund zehn Mitarbeitern, sondern leitete auch die „Werdi“-Redaktion, in der sich viele Aktive aus dem Bezirk versammelten. Auf den Seiten des Newsletters wurden natürlich die Ausstellungen und Veranstaltungen des MedienPoints beschrieben. Besonders spannend waren aber die Buchtipps und die Geschichten über prominente Zeitgenossen, die einen runden Geburtstag feierten. Viele Kolumnen berichteten von Ereignissen, auch über Tempelhof hinaus. Das Layout des Newsletters war bunt und ansprechend. Mit enormen Aufwand und Liebe wurde das Blatt gestaltet.

Vor vielen Jahren erlitt Henning Hamann schwere Verletzungen bei einem Autounfall, wonach er nicht mehr arbeiten konnte und auch seine Karriere als Rundfunkmoderator an den Nagel hängen musste. Die Spätfolgen beeinträchtigen ihn bis heute. Den MedienPoint managt er – so lange es geht – weiter. Den Newsletter zu gestalten, geht einfach nicht mehr. Wir wünschen Henning Hamann alles Gute.

Der Autor ist Herausgeber von paperpress und Geschäftsführer des Tempelhofer Forums

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