Tempelhof ‒ Zwischen Idylle und Metropole

Ein Streifzug durch mehr als 800 Jahre

Entladung von Flugzeugen am Flughafen Tempelhof während der Berliner Luftbrücke © Aus dem Buch, Tempelhof – Zwischen Idylle und Metropole

Christian Simon, Stadtführer, Autor und Verleger von Berlin-Literatur vermittelt anhand zentraler Orte, Personen und Ereignisse viele Details und Zusammenhänge. Das Buch „Tempelhof ‒ Zwischen Idylle und Metropole“ behandelt die ersten Kirchenbauten der Tempelritter, die Tempelhof gegründet haben, sowie die wichtigsten markanten Gebäude in diesem Berliner Bezirk. Ein umfangreiches Kapitel bietet einen Überblick über die Geschichte der Stadtentwicklung von der Vor- und Frühgeschichte bis zur heutigen Zeit. 

In der Großstadtlandschaft von Berlin ist der Charakter der Angerdörfer Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade noch heute gut erkennbar. Die vier Ortsbilder veranschaulichen die Gegensätze zwischen Idylle und Metropole. Alle besitzen eine mittelalterliche Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert. In Marienfelde, rund um den spindelförmigen Dorfanger und den Dorfkern, ist diese Idylle noch erlebbar. Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Verstädterung. Vor den Stadtmauern entstanden Militärgelände, Krankenhäuser, bürgerliche Villenkolonien, Industrie- und Gewerbeflächen. Der Teltower Landrat von Stubenrauch unterstützte die Ansiedlung von Betrieben in den Vororten von Berlin, da er an den Steuerabgaben interessiert war. Drei große Industriekomplexe entstanden entlang der Ringbahn, dem Teltowkanal und der Dresdener Bahn. 

Das prägendste Gebäude ist das monumentale ehemalige Flughafengebäude mit dem Tempelhofer Feld und seiner Geschichte. Besonders gut gelingt es dem Autor Christian Simon diese nachzuzeichnen: Vom Übungsgelände für Militär-Luftschiffe, über den Zentralflughafen Tempelhof in der Zeit des Nationalsozialismus und den Schauplatz der Luftbrücke bis hin zur heutigen Nutzung. Seit dem 8. Mai 2010 ist das Tempelhofer Feld eine tagsüber öffentlich zugängliche Anlage mit einer Freifläche von 300 Hektar, wo viele ihre Freizeit verbringen können.

Die Lektüre ist gleichermaßen für Ortsansässige wie für Besucher interessant. Schade lediglich, dass den Entwicklungen der letzten Jahre nur wenig Platz eingeräumt wird.

Yvonne de Andrés

Info: Tempelhof – Zwischen Idylle und Metropole, 176 Seiten, 50 Abb., Paperback, September 2018, be.bra verlag, Preis: 16 €,

Veranstaltungen und Lesungen: www.bebraverlag.de/autoren/autor/232-christian-simon.html

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