40 Jahre BZB Tempelhof-Schöneberg 

(K)ein Ort der Stille

Ein Schlagzeug in der Bücherei? Knallende Korken und viele Reden? 

Ist ein solcher Ort denn nicht der Hort der Ruhe, der Besinnlichkeit und Muße? Dass die Bezirkszentralbibliothek in der Götzstraße viel mehr ist, zeigte sich Mitte Oktober bei ihrem 40. Geburtstag. Zwölf Stunden Programm zeugten von der Vielfalt dieser fast einzigartigen Bücherei in Berlin: Improvisationstheater für Kitakinder, ein interaktives Programm für Sechs -bis Zehnjährige, Comic-Live-Abenteuer für Teenager. Der Autor Friedrich Carl Delius las aus seiner Autobiografie „Die Zukunft der Schönheit“ und erzählte vom Aufbruch einer Generation in den 1960er-Jahren, der für ihn in einem amerikanischen Jazzclub begann. Für den musikalischen Abschluss sorgte die Andrej-Hermlin-Band mit amerikanischem 30er-Jahre-Swing.

Eine Bücherei der besonderen Art

Die Geburtstagstorte: Gestiftet vom Café Pausini, angeschnitten von Michael Ruhnke, mit Lust gegessen von den Gästen

Die Geburtstagstorte: Gestiftet vom Café Pausini, angeschnitten von Michael Ruhnke, mit Lust gegessen von den Gästen © Katrin Schwahlen

Als die Bücherei 1978 eröffnet wurde – damals noch unter dem Namen „Tempelhofer Zentralbibliothek“ – stand sie für wegweisende Architektur und ein innovatives Konzept, erzählt Michael Ruhnke, der Leiter der heutigen Bezirksbibliothek. „Der Architekt Bodo Fleischer hat dasselbe Prinzip wie in der Staatsbibliothek berücksichtigt – offene Ebenen und Emporen. Das war damals revolutionär. Deswegen wurde unsere Bücherei oft auch die kleine Stabi genannt.“ Seit 1993 trägt die Bücherei den Namen Eva-Maria-Buch-Haus. Rund 180.000 Menschen leihen sich hier pro Jahr eine halbe Million Medien aus. Längst sind die 4.200 Quadratmeter zu klein geworden für die mehr als 93.000 Bücher, Zeitschriften, CDs, DVDs, Spiele, Hörbücher, die hier zur Verfügung stehen – vieles davon auch digital. 

Blick zurück und nach vorn

So beliebt die Bibliothek ist, so außergewöhnlich ihre Architektur ist – ihre Tage sind gezählt. Denn mit dem Stadtumbau zur „Neuen Mitte Tempelhof“ ist ein Gebäude am Tempelhofer Damm geplant, in dem Bücherei  Musikschule, VHS und Museum unterkommen sollen. Michael Ruhnke: „Wenn in dem erhofften Kulturbaustein alle Kultureinrichtungen vereint sind, wäre das schon sehr außergewöhnlich. So etwas gibt es bisher nicht in Berlin.“ Auch werde an einem neuen Veranstaltungskonzept gearbeitet: „Dazu gehören monatliche Erwachsenenveranstaltungen unterschiedlichster Couleur, Musikveranstaltungen, Kinderveranstaltungen. Damit wollen wir in Zukunft noch mehr Interessenten erreichen und das Haus populärer machen.“ Katrin Schwahlen

Kontakt: Bezirkszentralbibliothek Eva-Maria-Buch-Haus, Götzstr. 8-12, 12103 Berlin, Tel.: Erwachsenenabt.: 030 90277-2516, Tel.: Kinderabt.:030 902772298, Info: www.berlin.de/stadtbibliothektempelhofschoeneberg/bibliotheken/bezirkszentralbibliothek/ 

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