Tempelhof ‒ Zwischen Idylle und Metropole

Ein Streifzug durch mehr als 800 Jahre

Entladung von Flugzeugen am Flughafen Tempelhof während der Berliner Luftbrücke © Aus dem Buch, Tempelhof – Zwischen Idylle und Metropole

Christian Simon, Stadtführer, Autor und Verleger von Berlin-Literatur vermittelt anhand zentraler Orte, Personen und Ereignisse viele Details und Zusammenhänge. Das Buch „Tempelhof ‒ Zwischen Idylle und Metropole“ behandelt die ersten Kirchenbauten der Tempelritter, die Tempelhof gegründet haben, sowie die wichtigsten markanten Gebäude in diesem Berliner Bezirk. Ein umfangreiches Kapitel bietet einen Überblick über die Geschichte der Stadtentwicklung von der Vor- und Frühgeschichte bis zur heutigen Zeit. 

In der Großstadtlandschaft von Berlin ist der Charakter der Angerdörfer Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade noch heute gut erkennbar. Die vier Ortsbilder veranschaulichen die Gegensätze zwischen Idylle und Metropole. Alle besitzen eine mittelalterliche Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert. In Marienfelde, rund um den spindelförmigen Dorfanger und den Dorfkern, ist diese Idylle noch erlebbar. Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Verstädterung. Vor den Stadtmauern entstanden Militärgelände, Krankenhäuser, bürgerliche Villenkolonien, Industrie- und Gewerbeflächen. Der Teltower Landrat von Stubenrauch unterstützte die Ansiedlung von Betrieben in den Vororten von Berlin, da er an den Steuerabgaben interessiert war. Drei große Industriekomplexe entstanden entlang der Ringbahn, dem Teltowkanal und der Dresdener Bahn. 

Das prägendste Gebäude ist das monumentale ehemalige Flughafengebäude mit dem Tempelhofer Feld und seiner Geschichte. Besonders gut gelingt es dem Autor Christian Simon diese nachzuzeichnen: Vom Übungsgelände für Militär-Luftschiffe, über den Zentralflughafen Tempelhof in der Zeit des Nationalsozialismus und den Schauplatz der Luftbrücke bis hin zur heutigen Nutzung. Seit dem 8. Mai 2010 ist das Tempelhofer Feld eine tagsüber öffentlich zugängliche Anlage mit einer Freifläche von 300 Hektar, wo viele ihre Freizeit verbringen können.

Die Lektüre ist gleichermaßen für Ortsansässige wie für Besucher interessant. Schade lediglich, dass den Entwicklungen der letzten Jahre nur wenig Platz eingeräumt wird.

Yvonne de Andrés

Info: Tempelhof – Zwischen Idylle und Metropole, 176 Seiten, 50 Abb., Paperback, September 2018, be.bra verlag, Preis: 16 €,

Veranstaltungen und Lesungen: www.bebraverlag.de/autoren/autor/232-christian-simon.html

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Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden

Glückstreffer Personal

Wer die Wahl hat: Warum es nicht immer einfach ist, gutes Personal zu finden © Jirsak/Shotshop.com

Zum dritten Mal organisieren die Tempelhofer Netzwerke Unternehmerinitiative Tempelhofer Damm e.V. (UI-Te-Damm), Unternehmerinnen-Netzwerk Tempelhof-Schöneberg (UTS) und dem Unternehmernetzwerk Lichtenrade e.V. (UNL) eine gemeinsame Veranstaltung für Unternehmerinnen und Unternehmer und solche, die es werden wollen. Am 16. Oktober geht es im Rathaus Schöneberg um Erfahrungen und Strategien zur Mitarbeitergewinnung. Hat der Schüler, der sich mit einer nur ausreichenden Note für einen Ausbildungsplatz bewirbt, tatsächlich nichts auf dem Kasten? Was nützt ein Einser-Abitur oder eine exzellente Ausbildung, wenn die Chemie im Team nicht stimmt? Wie wichtig sind technische Kenntnisse, wenn die Fachkraft nicht zuverlässig ist? Wem hilft eine Außendienstmitarbeiterin, die sich nicht mit dem Unternehmen identifiziert.

Ob Gastronomie oder Baugewerbe, Gesundheitswesen und Handel – vielen Betrieben fehlen Azubis oder Fachkräfte. Haben sie Mitarbeiter gefunden, ist die Fluktuation oft groß. Immer wieder gibt es Gründe, warum Firmen und Angestellte nicht zusammenkommen oder -bleiben. 

Erfahrungen und Strategien zur Mitarbeitergewinnung mit Podiumsgästen

Auf dem Podium diskutieren Simon Margraf (IHK), die Gastronomin Martina Pohl, Diana Rauschenbach (Leiterin Personal und Marketing), die Buchhändlerin Christiane Schulz-Rother und Ronald Person (ZAL Berlin-Brandenburg GmbH) über Möglichkeiten, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und zu halten.

Kontakt und Anmeldung:

UTS: E-Mail: netz@unternehmerinnen-ts.de, www.unternehmerinnen-ts.de,

 

UI-Te-Damm: E-Mail: info@ui-tempelhoferdamm.de, www.ui-tempelhoferdamm.de,

UNL: E-Mail: kontakt@un-lichtenrade.de, www.un-lichtenrade.de Info: 16.10., Beginn: 19.30 Uhr, Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz, 10823 Berlin, Eintritt 15 € (für Netzwerkmitglieder Eintritt frei)

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Manufakturen im Kiez

Erlesene süße Spezialitäten

In der letzten Folge der Serie Tempelhofer Manufakturen dreht es sich um Produkte aus dem kulinarischen Metier: Dabei geht es um Süßes oder Kräftiges, eisige Desserts, heiße Getränke und viel Schokolade. Texte: Katrin Schwahlen

Kaiserliche Glücklichmacher

© Marlies Königsberg

Honig ist süß. Süß macht glücklich. Und der Honig von Imker Kristian Kaiser steht dabei ganz oben auf der Glücksliste. Man bekommt einfach gute Laune beim Naschen von Orangen-Ingwer-, Erdbeere-Balsamico- oder Minze-Mandel-Marzipan-Honig.

Kontakt: Kaiser-Honig, Alt-Tempelhof 34, 12013 Berlin, Tel.: 030 547 384 98, E-Mail: info@kaiserhonig.de, Info: www.kaiserhonig.de

Kiezeis seit über 80 Jahren

© Marlies Königsberg

Wenn es irgendwo Vielfalt gibt, dann bei Eis-Hennig am Te-Damm. Vor den Augen der Gäste drehen sich die Eistrommeln. Im Angebot sind rund 14 verschiedene Sorten: klassisch wie Erdbeere, Vanille, Schoko, fruchtig wie Waldmeister, Himbeere, Maracuja oder außergewöhnlich wie rosa Pampelmuse, Piña Colada und Snickers. Im Café und im Biergarten sind Gäste jeden Alters willkommen. Die Crew hinterm Tresen ist schnell und freundlich, der Chef die Ruhe in Person. 365 Tage im Jahr.

Kontakt: Eis Hennig, Tempelhofer Damm 134, 12099 Berlin, Tel.: 030 751 49 88, E-Mail: info@ch-eis-hennig.de, Info: www.eishennig.de

Schokolade stellt keine Fragen, Schokolade ist die Antwort

© Schokoladen-Manufaktur/Kai Schulz

Das Weihnachtsgeschäft hat längst begonnen für die Chocolatieres im Atelier Cacao. Auch wenn draußen die Sonne scheint, sind die Macherinnen der familiengeführten Manufaktur schon längst im Vorbereitungsmarathon für die vermutlich süßeste Zeit des Jahres. Hergestellt werden die Schokoladen aus edlem Kakao und reiner Kakaobutter. 

Die Artikel gibt es im Onlineshop und auf ausgewählten Eis- und Schokomärkten.

Kontakt: Atelier Cacao, Teilestraße 11-16, Tor 3, 12099 Berlin, Tel.: 030 403 666 766, E-Mail: info@atelier-cacao.de, Info: www.atelier-cacao.de

Kaffee aus aller Welt

© Andraschko Kaffeemanufaktur GmbH & Co. KG

Seit 2013 betreiben Elisabeth und Willy Andraschko ihre Kaffeemanufaktur in Tempelhof mit Bohnen aus Afrika, Südamerika und Asien. Ökologischer Anbau, persönlicher Kontakt und fairer Handel sind dem Unternehmen wichtig. Angeboten werden rund 20 unterschiedliche Geschmacks- und Röstmischungen in der typischen knallroten Tüte. 

Kontakt: Andraschko Kaffeemanufaktur, Industriestraße 18, 12099 Berlin, Tel: 030 695 986 87, E-Mail: info@andraschkokaffee.deInfo: www.andraschkokaffee.com 

 

Aus Meisterhand mit viel Liebe zum Detail 

© Walter Pralinen-Manufaktur

Seit mehr als 100 Jahren produziert die Confiserie Walter ihre Schokoladenwaren in Tempelhof –ein Paradies für Naschkatzen und Süßmäuler. Die Manufaktur ist die erste Adresse für Pralinenmischungen, Trüffelspezialitäten, Marzipan, Nougat, Fruchtgelee, Gebäck und Baumkuchen. In der Berliner Straße 123 (heute Tempelhofer Damm) wurde Anfang der zwanziger Jahre das erste Geschäft eröffnet.

Kontakt: Walter Pralinen Manufaktur, Großbeerenstr. 169-171, 12277 Berlin, Tel.: 030 757 99 10, Verkauf: Tempelhofer Damm 199, 12099 Berlin, E-Mail: info@walter-confiserie.de, Info: www.walter-confiserie.de

Un gelato, per favore

© Marlies Königsberg

Gegründet wurde die Eismanufaktur al Teatro von einem echten italienischen Eismann, einem Gelatieri. Produziert wird in der Ringbahnstraße, mit sieben Cafés und wunderbaren Eiskreationen ist das Unternehmen in der ganzen Stadt vertreten.

Kontakt: Al Teatro Eismanufaktur, Ringbahnstr. 44, 12099 Berlin, Tel.: 030 757 747 63, E-Mail: eis@alteatro.de, Info: www.alteatro.de

Ganz fein: Glückswürfel aus Tempelhof

© Marlies Königsberg

Mandeln, Zucker und feine Aromen sind Basis für das lokal gefertigte Rohmarzipan, das bei OHDE in der alten Sarottifabrik veredelt wird. Hierher ist die Manufaktur 2017 aus Neukölln gezogen. Und ihr Kernprodukt hat sie mitgebracht: den Rixdorfer Glückswürfel, der zu mehr als 60 Prozent aus Mandeln besteht. Auch die anderen Kreationen sind köstlich: Pralinen mit Schuss, aus Kakao und von weißer Schokolade umhüllt oder mit Rosenblüten versetzt. Die Köstlichkeiten sind auch im Online-Shop erhältlich. Mit einem Teil des Erlöses werden Schülerinnen und Schüler auf ihrem Bildungsweg von der Ohde-Stiftung unterstützt.

Kontakt: OHDE Neuköllner Marzipan GmbH, Produktionsadresse: Teilestraße 11-16, 12099 Berlin, Tel.: 030 884 753 08, E-Mail: kontakt@ohde-berlin.com, Info: www.ohde-berlin.co

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Nutzungskonzept für die Alte Mälzerei

Bauphase und Ideen

Beim ökumenischen Umweltfest konnte jeder, der wollte einen Blick in die Alte Mälzerei in Lichtenrade werfen. Der neue Besitzer des fünfgeschossigen Backsteinbaus ist Thomas Bestgen, Unternehmer und Geschäftsführer der UTB Projektmanagement und Verwaltungsgesellschaft mbH. Anhand von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen sowie eines Objektmodells wurde die Entwicklung des Geländes rund um die Alte Mälzerei erklärt.

 

Thomas Bestgen, Eigentümer der Alten Mälzerei gab Einblicke in den aktuellen Planungsstand © Marlies Königsberg

In den Jahren 1897/1898 wurde das Gebäudeensemble errichtet. Es besteht aus einem Gebäude mit Darrentrakt, Lagerböden und Keimanlage, einem Kessel- und Maschinenhaus. Das Bauwerk steht seit 1984 unter Denkmalschutz, genauso wie das benachbarte Landhaus. Beide stehen seit Ewigkeiten leer und befinden sich in einem sehr schlechten Zustand. Inzwischen haben Thomas Bestgen und die UTB neben der Alten Mälzerei auch das ehemalige Haus Buhr, das Hochhaus, das Einfamilienhaus auf dem Mälzereigrundstück und auch das Gelände vom jetzigen Supermarkt erworben. Das Hochhaus (die sogenannte Wohnscheibe) soll sozial verträglich saniert werden.

Für das Nutzungskonzept der Mälzerei bekamen „urbos“ und „Kubeneck Architekten“ den Auftrag. Größte Schwierigkeit und Herausforderung für die Umnutzung sind der Denkmal-, Brand-, Schall- und Wärmeschutz, Barrierefreies Bauen und die Arbeitsstättenregeln.

Mischung aus Wohnen, Kultur und Gewerbe

Auf dem Grundstück mit einer Nutzfläche von circa 4500 bis 6000 Quadratmetern sind zwei Tiefgaragen und circa 180 Wohnungen geplant. Ein Drittel der Wohnungen ist für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen, ein Drittel für Eigentum und ein Drittel für Genossenschaft. Diese Nutzungsmischung soll neues Leben in die Mälzerei bringen und ein regelrechtes Stadtquartier entstehen lassen. Ebenso will man kulturelle, kulinarische und soziale Einrichtungen, Einzelhandel sowie Gewerbe ansiedeln. Vorstellbar sind verschiedene sportliche Angebote, ein universell verwendbarer Raum mit Bühne für Veranstaltungen, Messen und Konzerte, sowie ein Kino oder eine Bücherei mit einem Café. Denkbar wäre auch eine Brauerei mit Biergarten, daneben kleine Marktstände und im Obergeschoss Studios für Start-ups und Künstler. Auch die bezirkliche Jugendkunstschule und das Kindermuseum könnten Platz finden. Ideen hat der Investor auch für Büroflächen; er stellt sich temporäre Arbeitsplätze vor. 

Zeitgleich mit der Fertigung der Dresdner Bahn soll die Neugestaltung beendet sein. Marlies Königsberg

Kontakt: UTB PROJEKTMANAGEMENT GmbH, Ansprechpartner und Geschäftsführer Thomas Bestgen, Info: www.alte-maelzerei-lichtenrade.tumblr.com/

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Hauptstadtseife im Hauptstadtcafé

Schmuckstück im Pausini

Gelungenes Netzwerken: Regine Klimes, Martina Pohl und der Hauptstadtseifen-Automat im Café Pausini © Katrin Schwahlen

Es ist der letzte Julitag, als das gelbe Hauptstadtseifenmobil vor dem Pausini hält. Martina Pohl, Inhaberin des Cafés, wartet schon auf Regine Klimes, die Seifensiederin aus Lichtenrade. 

Kennengelernt haben sich die beiden Frauen über den Manufaktur-Artikel des tempelhofer journals. Die eine suchte einen schönen Platz für ihren Seifenautomaten, die andere etwas Besonderes für ihre Wand im Flur. Nun kommt beides zusammen.

Regines Mann Honka checkt die Strom- und Gasleitungen in der Wand, bevor er das Gestell für den umgebauten Zigarettenautomaten an dübelt und das Rückenteil mit den Schächten aufhängt. Jetzt kann Regine ihre handgefertigten Seifen einfüllen. Rund 85 Gramm wiegt jedes Stück, das einzeln in Zellophan verpackt ist. 

Honka sucht nach Kleingeld; denn bevor er die Tür montiert, will er die Seifenausgabe überprüfen. Laut klackernd fallen die Münzen in den Geldschacht, ratschend öffnet sich die Schublade. „Noch ein bisschen sperrig“, konstatiert er und lockert die Schrauben ein wenig. Beim zweiten Durchgang geht es schon leichter, allerdings verhakt sich ein Seifenstück. Also heißt es noch ein bisschen mehr Spiel zu geben und das Gewicht zu verschieben. Das ist ein kleiner, aber schwerer Stein, der auf den Seifen liegt und sie nach unten drückt.

Regine weiß, wie sie das Gleichgewicht wieder herstellt. Und beim dritten Mal flutschen dann die Seifen dann so heraus, wie sie es sollen.

„Sieht prima aus“, meint Martina Pohl und schnuppert an den handgesiedeten Naturseifen. Jede Sorte riecht einmalig – nach Lavendel, Orange, Sandelholz oder Zitrus. Außerdem im Automaten: Nevia- und Peeling-Seife. Eine tolle Gelegenheit, wenn man noch schnell ein preiswertes und schönes Geschenk braucht – für andere oder für sich selbst. Katrin Schwahlen

Kontakt: Café Pausini, Kaiserin-Augusta-Str. 78, 12103 Berlin,

Info: www.pausini.de, www.hauptstadtseife.de

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Tüftler und Bastler reparieren gemeinsam

Trend zur Nachhaltigkeit

Repair-Café: Norbert Boenigk (li.) gibt Reparatur-Tipps © Verein Murks? Nein danke!

Das Repair-Café in Mariendorf bietet in Kooperation mit der Berliner Baugenossenschaft eG gemeinsames Reparieren mit ehrenamtlichen Experten an. Mit ein wenig Geschick und Geduld lässt sich die Lebensdauer vieler Gegenstände verlängern. In netter Atmosphäre kann man unter Anleitung und kostenfrei (Spenden willkommen) selbst reparieren, Erfahrungen austauschen und fachsimpeln. Träger der Initiative ist der Verein MURKS? NEIN DANKE! e.V. mit dem Vorsitzenden Stefan Schridde, der sich dafür einsetzt, dass Gebrauchsgegenstände länger nutzbar bleiben.

Eine Möglichkeit zum Kennenlernen der Akteure von MURKS? NEIN DANKE! auf folgenden Veranstaltungen: Großgörschen-Straßenfest, am 23. September, Großgörschenstraße, 10827 Berlin und Heldenmarkt, am 17. und 18. November, Luckenwalder Str. 4-6, 10963 Berlin. 

Informationen zu Stefan Schriddes neuestem Projekt: „Berlinrepair“ von MURKS? NEIN DANKE! für nachbarschaftliche Reparaturkultur, damit die Dinge länger nutzbar bleiben im Web unter: www.facebook.com/berlinrepair/ oder www.berlinrepair.org.

Marlies Königsberg

Kontakt: Stefan Schridde, Tel.: 030 255 803 21,

Info: www.murks-nein-danke.de

Kontakt – Repair-Café: Jeden ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 20 Uhr im Dirschelweg 1, (Hofwerkstatt), 12109 Berlin, Ansprechpartner: Norbert Boenigk, Tel.: 0171 990 20 56, E-Mail: norbert-boenigk@gmx.de,

Info: www.reparatur-initiativen.de/murks-nein-danke?

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Rätsel

Welche Tempelhofer Straße ist gemeint?

Er war Dichter, Literaturwissenschaftler und Jurist, Mittelalter-Spezialist und an der ersten deutschen Verfassung beteiligt. Seine Ideale waren die nationale Einheit und die Freiheit. Wer war der beliebte Dichter und Denker, nach dem in unserem Bezirk eine Straße benannt ist? Viel Spaß beim Raten!

Teilnahmebedingungen: Ihre Lösung senden Sie bitte bis zum 22.10.2018 an Karl-Heinz Kronauer, tempelhofer journal, John-Locke-Str. 18a, 12305 Berlin oder an info@tempelhoferjournal.de. 

Bitte geben Sie Namen, Anschrift und Telefonnummer an, damit wir Sie wegen des Gewinns kontaktieren können. Diese Daten werden aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht.

Auflösung aus der Ausgabe 04/2018: Gesucht war die Schillerstraße, benannt nach Friedrich Schiller, dem Dichter. Richtig geraten und gewonnen hat unserer Leserin Frau W. aus 12109 Berlin. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben eine Flasche Wein gewonnen.

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Brigitta Heinrichs Leseecke

Gil Ribeiro: Lost in Fuseta

Wem war der zwielichtige Privatdetektiv auf der Spur, bevor er zu Tode kam? Das fragen sich Sub-Kommissarin Graciana und ihr Kollege Carlos, nachdem sie ihren deutschen Kollegen Leander Lost vom Flughafen abgeholt haben. Aber zunächst sind sie über diese Verstärkung ihres Teams im Rahmen eines EU-Austauschprogramms nur verwundert. Schwarzer Anzug, weißes Hemd und Krawatte im Sommer an der Algarve. Was sie erst später erfahren: Leander Lost ist ein „Asperger“. Das bestimmt nicht nur sein absonderliches Verhalten, sondern verleiht ihm auch besondere Fähigkeiten, einen scharfen, analytischen Verstand, frei von jeglicher Emotion und Empathie und ein fotografisches Gedächtnis. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf verschiedene Verdächtige und einen weiteren Mord, der als Unfall getarnt war. Ein origineller Krimi mit ernsten Untertönen.
KIWI TB, 389 Seiten, 9,99 €

Bestseller der Tempelhofer Bücherstube im Juli/August 2018
  1Das Feld, Robert Seethaler, 238 S., Hanser Berlin, 22 €
  2 – Strafe, Ferdinand von Schirach, 189 S., Luchterhand, 18 €
  3 – Der Welterkunder, Frank Vorpahl, 542 S., Galiani, 32 €
  4 – Der Ernährungskompass, Bas Kast, 320 S., Bertelsmann, 20 €
  5 – Einer von uns, Asne Seierstad, 543 S., Kein & Aber, 26 €
  6 – Die Unruhigen, Linn Ullmann, 411 S., Luchterhand, 22 €
  7 – Alle, außer mir, Francesca Melandri, 603 S., Wagenbach, 26 €
  8 – Drei Grazien, Petros Markaris, 358 S., Diogenes, 24 €
  9 – Ein unvergänglicher Sommer, Isabel Allende, 347 S., Suhrkamp, 24 €
 10 – No Man‘s Land, Francisco Cantú, 239 S., Carl Hanser, 22 €
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Kochbuch

Snacks und Drinks zum Teilen

Kate McMillan – Samstagabend

„Zu Hause bleiben ist das neue Ausgehen“. Jetzt wo der Herbst vor der Tür steht, bietet es sich an mit Familie und Freunden zu Hause zu bleiben. Und für das Kulinarische kommt hier das passende Buch. Hier findet man Rezepte für kleine und große Leckereien. 60 Köstlichkeiten, die man super vorbereiten und einfach servieren kann. Kalorien zählen wir morgen, heute wird geschlemmt was das Zeug hält … Wie wäre es mit Shrimps im Speckmantel, Tuna Crisps, Tandoori-Hühnerspieße oder Ofenkartoffeln? Sollen doch die anderen ins Restaurant gehen, wir bleiben zu Hause und genießen. Ralf Jacob

Callwey, 20 €

  • Zupfbrot mit Käse und Oliven
  • 1 runder Laib Brot,
  • 180 g geriebener Gruyère-Käse,
  • 70 g Kalamata-Oliven, entkernt und grob gehackt,
  • 15 g glatte Petersilie,
  • 60 g geschmolzene Butter

Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

Mit einem langen, gezahnten Messer den Brotlaib im Abstand von 2,5 cm einschneiden. Dabei aufpassen, nicht ganz durchzuschneiden, sondern etwa 1 cm dick durchgehenden Boden belassen. Das Brot drehen und die Einschnitte in der entgegengesetzten Richtung wieder 2,5 cm breit wiederholen.

In einer Schüssel Käse, Oliven und Petersilie vermengen. Die Käsemischung mit den Händen in beiden Richtungen in die Einschnitte drücken. Den Brotlaib auf ein Bachblech setzen und die ganze Oberfläche mit geschmolzener Butter beträufeln. Mit Alufolie abdecken und 15 Minuten backen. Dann die Folie abnehmen und etwa 10 Minuten weiterbacken, bis der Käse geschmolzen und das Brot goldbraun ist. Auf einen Teller legen und servieren.

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Schwimmerin, Europäerin, Mariendorferin

Badegenuss im Schwimmbad: Schwimmen ist Entspannung und Freiheit ©privat

Bianca Tchinda

Gelesen hat man schon einiges von ihr; denn Bianca Tchinda schreibt nicht nur einen Schwimmblog, sondern ist mit knapp 27.000 Tweets auch bei Twitter ganz aktiv. Meist aber ist die 53-Jährige in einem der 61 Berliner Bäder anzutreffen.

Die Mariendorferin ist eine lebendige, quirlige Frau, die geradeheraus sagt, was sie meint – vor allem über die Berliner Bäder und die Schwimm(bad)kultur. Dabei denkt sie weit über den heimischen Beckenrand hinaus.

Schwimmen gelernt hat sie in der Oker, einem Fluss im Harz. Ihr Vater hat es ihr beigebracht – mit dem Rat: „Sei schneller als die Fische, dann beißen sie dich nicht.“ Inzwischen lebt die gebürtige Niedersächsin seit mehr als 30 Jahren in Berlin. Sie geht fast täglich ins Wasser, um mindestens 1.500 Meter zu schwimmen. Sie kennt jedes Bad, weiß die Öffnungszeiten aus dem Kopf und ist mit und bei allen Mitarbeitenden bekannt.

Licht- und Wasserspiele

Das Bad am Ankogelweg sei ihre Wasserstube. „Es war das erste Bad, das ich aufgesucht habe, als ich nach Berlin kam. Und es ist das zuverlässigste Bad, was die Öffnungszeiten angeht.“ Das Freibad an der Rixdorfer Straße nennt die Schwimmerin liebevoll ihre Sommerresidenz. „Es ist in der Nähe meiner Wohnung, und auch im Bad ist alles nah beieinander.“ Doch jedes Bad in Berlin habe seinen besonderen Reiz. 

Die Leichtigkeit der Bewegung

Es ist die Freiheit, die sie am Schwimmen liebt. „Es kostet ja immer Überwindung ins Wasser einzutauchen. Aber es trägt einen ja. Aber nach ein paar Bahnen schaltet sich der Kopf ab, man sei mit sich allein. Dann kann ich loslassen und gleichzeitig nachdenken und Entscheidungen treffen.“ Außerdem könne man in den Hallenbädern wunderbare Dinge entdecken. „Legen Sie sich auf den Rücken und gucken sich die Decke an: Wie das Licht scheint, wohin der Schatten fällt, welche Geräusche es gibt. Wie das Wasser leuchtet.“ Wer sich mit Bianca Tchinda übers Schwimmen unterhält, sieht die Berliner Bäder danach anders.

Schwimmen, bloggen, Politik

Wann immer es geht, schwimmt Bianca Tchinda 1,5 Kilometer pro Tag ©privat

Bianca Tchinda schreibt schon lange über ihre Bädererfahrungen, über nicht eingehaltene Öffnungszeiten, falsche Informationen, mangelnde Transparenz. Und ist mit dieser Kritik nicht allein. Deshalb geht sie 2015 mit ihrem Schwimmblog online. Sie bloggt fast täglich und diskutiert auch auf Facebook und Twitter. Ihre Kommentare, Vorschläge und Kritik sind fundiert und zeugen von großem Wissen. Immer häufiger wird sie gebeten, zu Themen rund um den Bäderbetrieb zu sprechen; in Arbeitskreisen, Werkstattgesprächen, vor der BVV, in den Medien. „Das zeigt mir, dass aus diesem Ärger, den ich hatte, genau das Richtige entstanden ist. Wir haben alles an Bädern, was man sich vorstellen kann. Aber das muss besser gepflegt werden, das muss geöffnet werden, es muss zugänglich sein.“ 

Das Management der Berliner Bäderbetriebe habe sich seit dem Wechsel 2016 verbessert, sagt die Aktivistin, die Situation für Schwimmerinnen und Schwimmer leider nicht. Um nicht nur zu meckern, sondern Dinge zu bewegen und zu verändern, gründet sie den Verband der Berliner Bäderbesucher. „Wir setzen uns für die Leute ein, die unorganisiert schwimmen gehen wollen, ohne Verein oder Kurs. Schulschwimmen, Vereinsschwimmen, Aquafitness, Schwimmkurse, Springen, Sportschwimmen, plauderndes Schwimmen – alle brauchen Wasserflächen, und diese muss man gerecht und transparent aufteilen. Aber wir wollen nicht, dass die Nutzergruppen gegeneinander ausgespielt werden.“

Eigentlich ein einfaches Anliegen; denn an vielen anderen Orten existieren öffentliches und Vereinsschwimmen zeitgleich nebeneinander. “Ein paar Bahnen sind für die Vereine, die anderen für die Öffentlichkeit. So funktioniert es überall in Europa. Nur hier nicht.“ 

Leidenschaftlich plädiert sie dafür, die Wichtigkeit der Bäder und des Schwimmens wieder in den Vordergrund zu rücken. “Wenn das so weitergeht, dass der Schwimmunterricht nicht mehr gewährleistet ist, dass Vereine nicht mehr regelmäßig schwimmen können, dass die Öffentlichkeit nicht üben kann, dann ist das fatal. Ohne Schüler, die es heute nicht lernen, gibt es morgen keine Kunden, die schwimmen gehen. Ohne den Breitensport in den Vereinen gibt es keinen Leistungssport. Ohne den gibt es keine Medaillen, die alle haben wollen. Das eine bedingt das andere.“

Stadt, Land, Welt

Bianca Tchinda ist als Jugendliche viel in Europa unterwegs gewesen. Offene Grenzen, überall hinreisen zu können, auch das bedeutet für sie Freiheit. „Die Ostberliner Bäder waren früher für uns unerreichbar. Obwohl sie nur 30 Minuten entfernt waren.“ Gleichzeitig liebt sie ihren Kiez in Mariendorf. „Das ist mein Zuhause. Das Schöne ist ja, die Weltstadt Berlin ist nur ein paar U-Bahn-Stationen entfernt. Und die Wildschweine und Hirsche in Brandenburg erreiche ich auch in einer Viertelstunde. Von hier aus kann ich überall hin. Deswegen ist Mariendorf auch Europa. Wenn auch manchmal ein bisschen aus der Welt.“

Bianca und die Lewissohns

Das Seebad Mariendorf um 1925 ©Sammlung Hans Ulrich Schulz

Als Bianca Tchinda vor ein paar Jahren durch Zufall auf die Geschichte des ehemaligen Seebads Mariendorf in der Ullsteinstraße stieß, konnte sie es kaum glauben: „Du schreibst über Schwimmbäder und hast keine Ahnung, dass sich in Luftlinie fünf Minuten entfernt Berlins größtes und schönstes Seebad befand.“ Sie sucht nach Informationen, stöbert in Archiven, trifft sich mit Zeitzeugen. Recherchiert über den Erbauer, Adolf Lewissohn, über seine Frau Luise und seine Tochter Helene, die das Bad in den 1920er Jahren übernahm. Die leidvolle Geschichte der jüdischen Familie von der Enteignung bis zur Nichtwiedergutmachung in den 1950er-Jahren hat sie auf ihrem Blog dokumentiert. Vehement setzt sie sich dafür ein, Adolf und Helene Lewissohns zu gedenken. „Wir dürfen nicht vergessen, was damals passiert ist und welche Rolle Tempelhof dabei gespielt hat.“ Ihre Hartnäckigkeit zahlt sich aus, denn in diesem Jahr hat die BVV beschlossen, dass neue Multifunktionsbad im Ankogelweg nach Helene Lewissohn zu benennen und eine Gedenktafel für ihren Vater in der Ullsteinstraße aufzustellen, dort, wo sich das Bad früher befand.

„Zukunft hat ohne Vergangenheit keinen Wert. Und Geschichte, die vor der Haustür stattgefunden hat, muss man auch vor der Haustür angucken können. Das funktioniert in Schöneberg mit „Wir waren Nachbarn“. Das brauchen wir auch hier in Tempelhof.“ 

Politisch aktiv zu sein – auch das bedeutet Freiheit für Bianca Tchinda. Diese Freiheit nutzt sie seit ihrer Jugend und hat bis heute nicht nur eine Meinung, sondern auch eine Haltung. Das macht sie sympathisch, auch wenn sie mit ihren Ansichten zur Bäderpolitik manchmal auf Kritik stößt. „Dabei geht es bei all diesen Aktionen nicht um mich. Ich möchte, dass es besser, leichter und zugänglicher für alle wird. Weil wir einfach die schönste Bäderlandschaft in Europa haben.“

Katrin Schwahlen

Info: www.schwimm-blog-berlin.de, Verband der Berliner Bäderbesucher e.V. www.vdbbb.de , Twitter: @SchwimmBlog, Facebook: schwimmblogberlin

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