Kolumne

Miteinander und nicht gegeneinander!

Die Sonne lacht und die Berliner holen ihre Fahrräder wieder aus dem Keller. Seit ein paar Wochen steigt das Verkehrsaufkommen an Radfahrern in der Stadt stetig. Stau auf dem Radweg an der Ampel war noch vor kurzem, in der kalten Jahreszeit, unbekannt. Letztens musste ich sogar eine Ampelphase warten um über die Kreuzung zu kommen, da die Schlange vor mir so lang war. Als Fahrradhändler und passionierter Radfahrer freue ich mich natürlich über die steigende Zahl an Fahrradnutzern, sehe aber auch die vielen Probleme im Alltag. Radfahrer werden von Autofahrern oftmals nicht als vollwertige Verkehrsteilnehmer mit allen Rechten wahrgenommen und akzeptiert. Auch die Verkehrsinfrastruktur Berlins ist noch nicht entsprechend ausgerichtet. Die Verkehrsplanung der letzten Dekaden mit dem Leitbild der autogerechten Stadt machte den Radfahrer zum Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse. Andererseits nehmen es zahlreiche Radler nicht gerade sehr genau mit den Verkehrsregeln. Ich kann gut verstehen, dass viele Autofahrer über die Radfahrer schimpfen. Auch mir geht das so. Wieso muss sich die Person auf dem Hollandrad, die ich vorher überholt habe, an der Ampel wieder vordrängeln und dann auch noch über Rot fahren? Und das drei Mal hintereinander? Ich erlebe täglich unzählige Situationen wo ich mich über die Ignoranz anderer Verkehrsteilnehmer nur wundern kann. Wenn ich in meinem Laden am Tresen sitze und auf die Kreuzung Manfred-von-Richthofen/Ecke Bayernring schaue, beobachte ich ständig regelwidriges Verhalten. Rote Ampeln – anscheinend nur noch eine Empfehlung, sowohl für Auto- als auch Radfahrer. Handy am Ohr – normal. Sicherheitsabstand – was ist das? Ich könnte diese Liste endlos fortführen, aber bringen würde es nichts. Ich selber bin kein Waisenknabe, aber prinzipiell haben die Verkehrsregeln ihre Berechtigung. Mir kommt es vor, als ob Ignoranz, Aggressivität und Rechthaberei unter den Verkehrsteilnehmern deutlich zugenommen haben. Autofahrer meckern über Radler – leider oft zu Recht – und Radfahrer über Autos, ebenfalls zu Recht. Wenn sich jeder ein bisschen entspannter durch den Verkehr bewegen würde, wäre das eine feine Sache; auch ein Danke ab und zu tut nicht weh. Mehr Rücksicht und Toleranz untereinander würde viele gefährliche Situationen erst gar nicht entstehen lassen.

Also an alle Autofahrer: Radfahrer haben keine Knautschzone und dieselben Rechte und Pflichten im Straßenverkehr wie Ihr.

Und an alle Radfahrer: Auch für euch gelten die Verkehrsregeln.

Also bitte seid nett zu- und achtet aufeinander! In diesem Sinne gute Fahrt und genießt den Sommer in dieser wundervollen Stadt!

Fahrradhändler von La dolce velo

Veröffentlicht unter Kolummen | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Leckere Köstlichkeiten zur WM

Snacks für Fußballfans

Genau richtig zur Fußball-WM erscheint dieses Buch mit der passenden Nervennahrung rund ums Spiel. Denn Fußball ist mehr als ein Spiel. Es ist ein Ereignis für alle – Emotionen pur. Rezepte aus verschiedenen Fußballnationen tragen dazu bei, dass daraus ein kulinarisches Event wird. Ob schneller Pasta-Salat zum Anpfiff, Käsespieße Schwarz-Rot-Gold zur ersten Halbzeit oder beschwingte Eckfahnen zum Schlusspfiff – die Snacks sind immer lecker und schnell zubereitet. Und: Ob Sieg oder Niederlage, ein gechillter Cuba Libero hilft immer. Ralf Jacob

Tre Torri, 19,90 €

Yakitori Surf‘n Turf

Zutaten für 4 Personen

Yakitori

  • 300 g küchenfertige Garnelen
  • 400 g Hähnchenbrustfilet
  • 4 Zweige Rosmarin
  • 1 rote Chilischote
  • 4 EL Teriyaki-Sauce
  • 1 -2 EL Olivenöl

Dip

  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 250 g Naturjoghurt
  • 4 EL Teriyaki-Sauce
  • Pfeffer

Garnelen und Hähnchenbrustfilets waschen und trocken tupfen. Hähnchenbrustfilets in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Rosmarinzweige waschen und trocken schütteln. Garnelen und Hähnchenbrustwürfel mithilfe eines Metall- oder Holzspießes durchstechen und dann abwechselnd auf die Rosmarinzweige stecken. Chilischote putzen, waschen, der Länge nach halbieren, Kerne entfernen und in kleine Würfel schneiden. Teriyaki-Sauce mit Olivenöl und Chiliwürfeln verrühren, Spieße damit einstreichen und ca. 10-15 Minuten in einer Grillpfanne oder auf dem Grill in einer geeigneten Schale oder Rost grillen.

Für den Dip die Frühlingszwiebeln putzen, waschen, trocken schütteln und in dünne Ringe schneiden. Joghurt mit Teriyaki-Sauce und Frühlingszwiebeln verrühren, mit Pfeffer abschmecken und zu den Spießen servieren.

Veröffentlicht unter Kochbuch | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Brigitta Heinrichs Leseecke

Monika Geier: Alles so hell da vorn (Band 7)

Kriminalkommissarin Bettina Boll muss aus der Pfalz nach Frankfurt, weil ein Kollege und Freund in einem Bordell erschossen wurde. Es bleibt nicht bei einem Toten. Es geht um Zwangsprostitution sehr junger Mädchen und um Verstrickungen ehrenwerter Herren. Es geht aber auch darum, dass man jemanden zu kennen glaubt und ihn doch nicht kennt. Harter Stoff. Die Autorin schildert mit böser Zunge Abgründe in der Provinz und anderswo. Die Täterin ist bekannt; nur ihre Identität und das Motiv sind unklar. Frau Boll, alleinerziehende Halbtagskraft, kämpft sich durch Lügen und Schweigen. Wer ist unschuldig unter all den Schuldigen? Wem kann sie trauen? Für mich ist Monika Geier eine der besten deutschen Krimiautorinnen.

Ariadne, Argument 2017, TB, 412 Seiten, 13 €

Bestseller der Tempelhofer Bücherstube im März/April 2018
  1 – Strafe, Ferdinand von Schirach, 189 S., Luchterhand, 18 €
  2 – Ein Führer durch das lasterhafte Berlin, Curt Morek, 208 S.,

Bebra, 22 €

  3 – Leere Herzen, Juli Zeh, 350 S., Luchterhand, 20 €
  4 – Die Orient-Mission des Leutnant Stern, Jakob Hein, 241 S., Galiani, 18 €
  5Einer von uns, Asne Seierstad, 543 S., Kein + Aber, 26 le
  6 – 1968, Gretchen Dutschke, 240 S., Kursbuch Kulturstiftung, 22 €
  7 – Wir sind nicht zum Spaß hier, Deniz Yücel, 221 S., Edition Nautilus, 16 €
  8 – Die Geschichte des verlorenes Kindes, Elena Ferrante, 614 S.,

        Suhrkamp, 25 €

  9 – Tyll, Daniel Kehlmann, 480 S., Rowohlt, 22,95 €
10 – Entlang den Gräben, Navid Kermani, 442 S., C. H. Beck, 24,95 €
Veröffentlicht unter Buch | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Der Parkring informiert

10 Jahre „kleine Nacht-Musik“ 

Das Jubiläums-Programm 2018 eröffnete am 4. Mai die Band Port Royal. Info: www.portroyal-music.de

Am 1. Juni spielt die sechsköpfige Band SWAZZOU Swing, Jazz, Soul, Pop, Funk, Reggae, mit Sängerin Monique ter Steege, Gitarrist und Co-Sänger Guido Martin, Bassist Jens Saleh, Schlagzeuger Rolando Stroms, Alt-Saxophonist Michael Schulz, während Frank Andersohn virtuos die Tasten bedient. Info: facebook.com/SWAZZOU/

Am 6. Juli ist die EASY STREET BAND mit vielseitigem Repertoire aus Jazz, Pop, Latin, Funk und Soul on stage. Gesang: Sandra Thinius, Piano: Gerald Schneider, Gitarre: Lorenz Baumeister, Bass: Steven Boreham; Drums: Micky Bister. Info: www.sandra-thinius.de

Am 3. August spielt SALSA AZUL, mit 15 Musikern und Musikerinnen Salsa-Rhythmen, sattem Bläser-Satz, zwei Sängerinnen und Chor präsentieren bekannte Titel u.a. von Celia Cruz und Tito Puente sowie eigene Kompositionen vom Bandleaders Jotham Bleiberg. Info: www.salsa-azul.de

Am 7. September zum Abschluss präsentiert sich die Band DANCIN` FOOLS mit Rock, Blues, Soul, Pop und Wave aus den 60ern, 70ern und 80ern, Gesanng/Keyboard/Gitarre: Guido Martin, Gitarre: Christian Höfer, Gitarre/Saxofon/Mundharmonika: Pit Mischke, Bass/Mundharmonika: Peter Bethke und Drums: Jochen Staadt. Info: www.dancinfools.de

Ich freue mich, Sie vor Ort als unsere Gäste begrüßen zu können.

  Heinrich Stockschlaeder

Kontakt: Konzerte finden von Mai bis September jeden ersten Freitag im Monat ab 20.30 Uhr, in Neu-Tempelhof unter der Parkringbrücke zwischen Schreiberring und Wolffring (im Plantscher) statt. Eintritt ist frei, Spenden willkommen! Telefon: 0151/220 850 17 (nur an Konzerten), E-Mail: h.stockschlaeder@parkringneutempelhof.de, Info: www.parkringneutempelhof.de

Veröffentlicht unter Kiez 5 | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

BrillenFlair feiert Jubiläum

Dank für 10 Jahre Treue im Kiez

© BrillenFlair

Nun sind es am 1. Juni doch tatsächlich schon zehn Jahre her, dass mein Brillengeschäft in der Manfred-von-Richthofen-Straße besteht. Los ging alles mit der Übernahme des „Brillenbär“-Geschäfts in der Hausnummer 10. Eine große Herausforderung war 2013 der Umzug von der Manfred-von-Richthofen-Straße 10 in die Nummer 12. Es lag mir so am Herzen, diesen über Jahre leer stehenden Laden, von einigen als Schandfleck betitelt, wieder mit Leben zu füllen. Nach fast dreimonatiger Umbauzeit war es dann geschafft – und es war ein tolles Gefühl, endlich zu eröffnen. Es steckt so viel Herzblut in diesem Geschäft. Und ganz nebenbei hatte ich endlich mehr Schaufensterfläche, die ich dekorieren konnte.

Es war eine spannende Zeit. Ich hatte ganz bestimmte Vorstellungen, wie das Geschäft aussehen sollte, wie ich den Laden führen und die Kundinnen und Kunden bedienen wollte. 

Damals entstand das Motto: „Die grüne Oase für Brillen und Kontaktlinsen“. Denn gerade im Frühling ist es so schön, morgens durch diese grüne Straße zur Arbeit zu fahren.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich die Augenoptiker-Ausbildung, die seit 2009 anboten wird. Aktuell ist Frau Özge Akyurt die vierte Auszubildende; sie steht kurz vor der Zwischenprüfung.

Immer wieder lade ich zu Veranstaltungen und Events ein. Rund alle zwei Jahre gibt es ein großes Sommerfest – als Dankeschön für die treuen Kunden. Bei Livemusik und kleinen Snacks lässt sich nett beisammen sein und den Abend genießen. Für interessierte Besucherinnen und Besucher werden die neuesten Messgeräte für die Augen- und Sehstärkenprüfung vorgestellt. Erst im April gab es ein Sonnenbrillen-Event, bei dem mehrere Hersteller ihre neuen Kollektionen präsentierten. Ich möchte mich für die wertvolle Zusammenarbeit bedanken und gemeinsam mit Kunden und Geschäftsfreunden das Firmenjubiläum feiern. 

Es findet am 01.06. von 17-22 Uhr auf Einladung statt.

Zehn Jahre BrillenFlair bedeutet für mich immer noch: „Der Mensch ist das Wichtigste“.

Bei uns wird er kompetent, freundlich und individuell beraten.

Das gesamte BrillenFlair-Team freut sich auf die nächsten zehn Jahre, den Besuch der liebgewordenen Stammkunden und auf neue Kunden aus dem Kiez, aus Tempelhof und Berlin. Sabrina Liebmann und Team

Kontakt: BrillenFlair, Augenoptikermeisterin Sabrina Liebmann, Manfred-von-Richthofen-Str. 12, 12101 Berlin, Telefon: 030/ 7863 191, Info: www.brillenflair.de

Veröffentlicht unter Anzeigensonderveröffentlichung | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Bücherbox – Tauschbörse für Literatur

Gute Idee für Lesefreunde

© Marlies Königsberg

Auf dem Hauptweg der Kleingartenkolonie „Feldblume 1915“ in Tempelhof befindet sich eine kleine weiße Bücherbox. Dort, in der Nähe des Festplatzes am Gartenzaun, kann jeder zu jeder Zeit gebrauchte, guterhaltene Bücher in die Box stellen. 

Wer ein Buch interessant findet, kann es gratis mitnehmen. 

Einfaches Prinzip, ohne Formalitäten, kostenfrei – es funktioniert jedoch nur, wenn genügend nicht mehr benötigte Bücher wieder eingestellt werden! Marlies Königsberg

Info: Kleingartenverein „Feldblume 1915“ Tempelhof, Zugang über Tempelhofer Damm, links am Rathaus vorbei Richtung Frankepark oder Zugang über die Götzstraße bzw. auch Albrechtstraße/Templerzeile

Veröffentlicht unter Kiez 3 | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Harry Schreiber trainiert heute den Nachwuchs

Boxen stand immer an erster Stelle

© Yvonne de Andrés

134 Kämpfe bestritt er, von denen er 90 gewann, 10 unentschieden beendete und 34 verlor. Diverse Male war er Berliner und Norddeutscher Meister, deutscher Vizemeister. In den 20 Jahren seiner Amateurboxerkarriere war er Bundesliga- und Nationalmannschaftsboxer. Heute bietet Harry Schreiber im 3-D-Medienhaus Marienfelde, einer offenen Kinder- und Jugendeinrichtung, in der Domagkstraße jeden Donnerstag ehrenamtlich sein Boxtraining an. Er ist lizensierter Trainer beim Landessportbund und beim Berliner Box-Verband; seit 2000 hat er den Trainerschein. Bereits 2012 zeichneten ihn die Jugendlichen des SCC Südwest 1947 e.V. als „bester Trainer“ aus. Mädchen und Jungen im Alter von zwölf bis ca. 20 Jahren können sich hier auspowern und überschüssige Energie in sinnvolle Bahnen lenken. 

Harry ist eine aufgeschlossene Person, wenn auch kein Mann großer Worte. Knapp, direkt, berlinerisch ist seine Sprache. Unser Gespräch unterbrechen wir um pünktlich das Training in der Kleinfeld-Sporthalle zu beginnen. Nach dem Aufwärmen werden im Zirkel Übungen in 5-Minuten-Sequenzen absolviert. Deuserband, Schattenboxen mit 1-kg-Hanteln, Seilspringen, Liegestützen, Bauchmuskelübung wechseln sich ab. Dabei werden Koordination, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer trainiert. Viel Wert legt Harry Schreiber dabei auf die Vermittlung von Respekt, Disziplin, Fairness und Sportlichkeit. 

Harry Schreiber mit seinen Schützlingen in der Trainingshalle des 3-D-Medienhauses in Marienfelde © Yvonne de Andrés

Die Gruppe ist klein. „Mehr als sechs bis acht nehme ich anfänglich nicht.“ Der Kontakt beim Training wirkt offen und vertraut. Harry ist stolz darauf, dass sich „seine“ Jugendlichen, wie er sagt, „alle im grünen Bereich“ befinden. Sie studieren und beteiligen sich an Wettkämpfen oder haben Turniersiege errungen wie Alexander Stertz, der im März Berliner Meister im Halbschwergewicht in der Kategorie U19 geworden ist. „Dit ist doch wat.“ 

„Dit war erstmal nüscht für mich“

Vor 67 Jahren wurde Harry in Moabit geboren. Heute wohnt er in der Nähe der Trainingshalle in Marienfelde. Zum Boxen kam er früh durch seinen Vater, der ihn irgendwann zum Turnier mitnahm. „Mein Trainer ist der beste Freund meines Vaters gewesen – und da gingen wir hin.“ Es dauerte etwas, bis er sich mit dem Sport anfreundete. „Immer ´ne blutige Neese holen, nee, danke!“ Die Amateurkarriere startete er als13-jähriger. Trainer Fredy Schön nahm ihn im Weddinger SV Astoria e.V. unter seine Fittiche. Diesem Verein gehörte er lange an, bevor er für Hertha BSC boxte. Beide Klubs zählen zu den traditionsreichsten Boxvereinen Berlins. Jürgen Kraft, den ehemalige Radrennfahrer und Sportjournalisten zitiert Harry: „Ich hatte Ärger in der Schule und wollte mich hin und wieder auch mal durchsetzen können.“ Dem damals drahtigen jungen Mann machte es irgendwann großen Spaß. Er blieb. Wobei der 13-jährige als Papiergewicht mit 94 Pfund auf der Waage begann und sich dann über das Fliegengewicht bis ins Mittelgewicht boxte.

Mit der Rechten das Kinn abdecken

Die Regeln im Amateurboxen weichen von denen der Profiboxer ab. In drei Runden von drei Minuten mit jeweils einer Minute Pause zwischen den Runden wird geboxt. Als gültiger Treffer wird gewertet, wenn der Gegner an Kopf, Hals, Schultern oder Oberkörper getroffen wird. Fünf Punktrichter bewerten den Kampf und drücken bei einem Treffer auf einen Knopf. Es ertönt ein lautes Signal, das anzeigt, dass der Punkt zählt. Die Amateurboxer- und boxerinnen müssen Zahn-, Tief- und Brustschutz (Frauen auch Kopfschutz) sowie ein Shirt ohne Ärmel tragen. Die Boxhandschuhe haben eine weiße Schlagfläche. 

Trainiert hat Harry sieben Tage die Woche und dies jahrelang – mindestens einmal am Tag. Seine Leidenschaft und Faszination für den Sport wuchs mit den Scheinwerferlichtern im Ring, den Berichten in den Zeitungen und den farbigen Plakaten an den Litfaßsäulen. 15 Tage vor dem Kampf sahen die Gesichter einem entgegen. Er schwärmt von den Kämpfen im Sportpalast, der Deutschlandhalle und der Begeisterung des Publikums. 8.500 Besucher strömten zu seinen Kämpfen. Diese öffentliche Aufmerksamkeit, die großen Beiträge in der „B.Z.“ – dies gebe es heute nicht mehr, stellt er mit Bedauern fest. Vielleicht finden sich noch eine Ankündigung oder ein kurzer Bericht über die Berliner Meisterschaft in der „Berliner Woche“. Das wirke sich auch auf die Motivation aus. Es kommen nicht mehr so viele Besucher, die Zahl ist auf 200 bis 300 gesunken – so viele wie früher zum Training kamen. Die Verbindlichkeit bei Sparringskämpfen, wo die Schlag- und Defensivtechniken, Beinarbeit sowie die richtige Distanz zum Gegner geübt werden, fehlt oft. “So fahren wir fünfmal nach Prenzlauer Berg, Weißensee, Hohenschönhausen oder Spandau und der Gegner oder die Gegnerin erscheint nicht.“ Das Interesse hat leider am Amateurboxen stark abgenommen. 

Die ganze Welt bereist

Die Meisterschaften haben Harry überall in Deutschland und Europa in den Ring gebracht. In Asien, Thailand und Indien hat er an verschiedenen Wettkämpfen teilgenommen. 

Doch er hatte auch Pech. Drei große k.o.-Niederlagen gegen Burkhart Barnowski, Eckhard Dagge und Günter Meyer bremsten ihn ebenso aus wie ein paar Unfälle und ein Bandscheibenvorfall. 1983 war dann Schluss im Ring. 

1995 ist er mit 44 Jahren im Rahmen einer Benefiz-Gala in Marzahn nochmals in den Ring gestiegen, der guten Sache wegen – Harry ist für soziale Projekte zu gewinnen. Mit dem Erlös des Kampfes von 15.000 DM wurde für eine Marzahnerin ein Elektrorollstuhl gekauft.

Höhen und Tiefen des Boxens hat er durchlebt und denkt nun ans Aufhören. Yvonne de Andrés

Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung, 3D Medienhaus Marienfelde, Domagkstraße 3, 12277 Berlin Info: https://www.nusz.de/start/kinder-und-jugend-freizeitstaetten/3d-medienhaus-marienfelde/

Veröffentlicht unter Kiez 1 | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der Lichtenrader Gospelchor besteht seit 2008 

Zusammenhalt zwischen Generationen 

Chormitglieder vor der Dorfkirche Alt-Lichtenrade, Mitte: Juliane Lahner © Bethel-Fath

Chormitglieder vor der Dorfkirche Alt-Lichtenrade, Mitte: Juliane Lahner © Bethel-Fath

Der Lichtenrader Gospelchor ist ein Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Lichtenrade und gestaltet nicht nur Gottesdienste mit, sondern tritt mit traditioneller Gospelmusik und zeitgenössischen Popsongs auf verschiedenen Veranstaltungen und Festen auf.

„It‘s Gospel Time!“ Der Chor feierte sein 10-jähriges Jubiläum mit dem Gründer Uwe Sylvester und ehemalige Chorleiter sowie mit seinen Mitgliedern. Heute leitet Juliane Lahner den Chor, deren Mann Michael als Tontechniker fungiert. Die professionell ausgebildete, stimmgewaltige Rock’n’Roll-Frau Juliane Lahner lebt für Gospel. Seit sie im August 2013 den Chor übernommen hat, ist dieser von 12 auf über 100 aktive Sänger und Sängerinnen gewachsen. Das jüngste Mitglied ist 19 Jahre, das älteste 82 Jahre alt. Unter dem Motto: „Let It Shine!“ – Zeig, was Du kannst! – haben die Auftritte Showcharakter. MK

Kontakt: öffentliche Proben donnerstags ab18 Uhr, (Sommerpause: vom 05.07 bis 16.08.); Aula des UVH-Gymnasiums, Rehagener Str. 35-37, 12307 Berlin, Info: http://www.lichtenrader-gospelchor.com 

Veröffentlicht unter Kiez 4 | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

100 Jahre Schaustellerfamilie Wollenschlaeger 

Kerngeschäft – Volksfeste organisieren

Rückblick auf die Eröffnung DAV 2017 im Marienpark durch Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Thilo-Harry Wollenschlaeger © Marlies Königsberg

Frühlingszeit und Sommer, wie er bald da sein wird: Das ist auch die Zeit der Volksfeste, Rummelplätze, Jahrmärkte, mit denen die allermeisten von uns schöne Erinnerungen verbinden, die leuchtenden Augen der eigenen Kinder und auch manches Vergnügen noch als Erwachsener. Britzer Baumblüte, Neuköllner Maientage, Deutsch-Amerikanisches Volksfest, das seit 2017 eine neue Heimstatt in Mariendorf gefunden hat – sie sind feste Bestandteile Berlin-Brandenburgischer Tradition und Gegenwart. 

Das tempelhofer journal richtet den Blick hinter die Kulissen und auf eine der zentralen Persönlichkeit der regionalen Schaustellerszene. 

Der wichtigste Mann, ohne ihn läuft nichts, ist Volksfestorganisator Thilo-Harry Wollenschlaeger. Der 52jährige betreibt mehrere Schaustellergeschäfte, Bierzelte, Imbisse, richtet mit seiner Agentur Events jeder Art aus, fungiert nicht zuletzt als Vorsitzender des Fachverbands reisender Schausteller Brandenburg, sitzt im Vorstand der Berliner Mittelstandsvereinigung der CDU und setzt sich für soziale Projekte ein.

Der Schaustellerfamilienbetrieb begann vor 100 Jahren

Urgestein Harry mit Sohn Thilo-Harry Wollenschlaeger. Gemeinsam im Jahr 2000 auf einem der beliebten Volksfeste. Vater Harry verstarb im Juni 2001 © Familie Wollenschlaeger

Urgestein Harry mit Sohn Thilo-Harry Wollenschlaeger. Gemeinsam im Jahr 2000 auf einem der beliebten Volksfeste. Vater Harry verstarb im Juni 2001 © Familie Wollenschlaeger

Der Ururgroßvater von Thilo-Harry Wollenschlaeger fing in Schlesien mit einer Wanderkonditorei an. Der Großvater betrieb eine Losbude und eine Achterbahn aus Holz in Berlin. Vater Harry Wollenschlaeger kam 1927 in einem Wohnwagen auf einem Rummel am Gesundbrunnen zur Welt und brachte es bis zum Präsidenten des deutschen und auch des europäischen Schausteller-Bundes. 1961 gründete er das Deutsch-Amerikanische und 1963 das Deutsch-Französische Volksfest. Gemeinsam mit Hans Purwin veranstaltete er 1965 das erste Mal die Neuköllner Maientage in der Hasenheide. Lobbyarbeit lag ihm am Herzen – im Jahr 2000 erklärte der Bundestag Volksfeste zum „schützenswerten Kulturgut“. 1989 übernahm Sohn Thilo-Harry in fünfter Generation die Nachfolge und ist Chef vom Betrieb. 

Mehr als Geldverdienen

Familientradition entsprechend betreibt der Unternehmer auch heute noch eine Losbude: „Jolly Joker“. Besuchermagnete sind die Achterbahn, Autoskooter, Riesenräder, Karussells, obwohl diese immer investitions- und kostenintensiver werden, betreibt Thilo-Harry ein Unikat, eine fast 80 Jahre alte Walzerbahn. 

Thilo-Harry Wollenschlaeger hat drei Kinder, die vielleicht mal in seine Fußstapfen treten; zunächst aber geht die Schule vor. Wohnhaft ist er mit seiner Familie in Falkensee; Lager, Werkstätten und Fuhrpark befinden sich in Bötzow. Sein Familienbetriebe ist weit mehr als ein Wirtschaftsunternehmen, mit dem Einkünfte erzielt werden, sondern steht auch für Traditionspflege, Familienbewusstsein und Zusammengehörigkeitsgefühl. Marlies Königsberg/Christoph Schröder

57. Deutsch-Amerikanisches Volksfest, startet vom 27.07. bis 19.08., täglich ab 14 Uhr, auf dem Gelände des Alten Gaswerks Mariendorf. Infos auf: http://www.deutschamerikanischesvolksfest.de/, www.wollenschlaegerberlin.de 

Veröffentlicht unter Kiez 2 | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ausstellung zum 50. Jahrestag des Attentats

Drei Kugeln auf Rudi Dutschke

© Tagesspiegel

„+r 157 -we 1a – versuchter Mord = „ Im Telegrammstil wird die erste Tickermeldung über den Angriff auf den westdeutschen Studentenführer veröffentlicht. Längst ist der Zettel, unterzeichnet von Kriminaloberkommissar Kittlaus, vergilbt. Die drei Kugeln, mit denen Dutschke am 11. April 1968 am Kurfürstendamm niedergeschossen wird, wirken so klein und unscheinbar. Und verletzen ihn doch so schwer, dass er elf Jahre später an den Spätfolgen sterben wird. 

Triste Schwarzweißaufnahmen zeigen das Fahrrad Dutschkes, seine Schuhe, den Tatort mit der Kreidezeichnung auf dem Asphalt. Der diensthabende Polizist hat auf einer Zeichnung feinsäuberlich den Tatort nachgezeichnet und alle Details, vom Lichtmast bis zu Teilen des Lederarmbands, farbig eingetragen.

Akribisch fotografiert und aufgelistet sind auch Waffen und Munition des Attentäters: Josef Bachmann, ein 23-jähriger Anstreicher und Neonazi aus München, der mit Revolver, Gewehr und mehr als 100 Patronen nach Berlin fährt, um das „dreckige Kommunistenschwein“ zu erschießen. Nach der Tat kommt es bundesweit tagelang zu Straßenschlachten und Demonstrationen, vor allem gegen den Springer-Verlag. Auch das wird in der Ausstellung dokumentiert. Katrin Schwahlen

Info: Die Sonderausstellung „Drei Kugeln auf Rudi Dutschke“ ist bis zum 20. Juli im Polizeihistorischen Museum Berlin, Platz der Luftbrücke 6, 12101 Berlin zu sehen. Sie ist von montags bis mittwochs von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Eintritt 2 €, Einlass nur mit Ausweis, http://polizeihistorische-sammlung-berlin.business.site/

Veröffentlicht unter Kiez 6 | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar